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Prof. Dr.

Eugene W. Myers

Wahljahr: 2006
Sektion: Informationswissenschaften
Stadt: Dresden
Land: Deutschland
CV Eugene Myers - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Bioinformatik, Genomsequenzierung, BLAST-Programm, Shotgun-Verfahren, Kartografie von Gehirnen, Entwicklung von Multiphotonen- und Lichtmikroskopen, digitale Erfassung zellulärer Prozesse

Eugene Myers ist Informatiker und einer der Pioniere der Bioinformatik. Er hat das wesentliche Programm zur Genomsequenzierung mitentwickelt und mit weiteren Algorithmen zum Abschluss des Human Genome Project beigetragen.

Eugene Myers hat die Entschlüsselung des menschlichen Genoms wesentlich vorangebracht. Gemeinsam mit Kollegen hat er die Software BLAST entwickelt, die auf der ganzen Welt eingesetzt wird und zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Bioinformatik wurde. Mit dem Programm können DNA-Sequenzen miteinander verglichen werden.

Des Weiteren hat er Algorithmen entwickelt, mit denen Wissenschaftler unzählige kleine DNA-Fragmente zu einem zusammenhängenden Genom zusammensetzen können. Dieses sogenannte „Shotgun Sequencing“ hat große Bedeutung für die Genomanalyse. Denn lange DNA-Stränge, wie sie im Genom des Menschen vorkommen, können nicht als solche entschlüsselt werden. Mit der „Shotgun“-Methode wird die DNA vervielfältigt, fragmentiert und sequenziert. Am Computer werden die Sequenzdaten dann zusammengefügt. Die von Myers entwickelten Techniken haben die Genomsequenzierung maßgeblich beschleunigt und günstiger gemacht.

Eugene Myers hat mit Kollegen ein Multiphotonenmikroskop entwickelt und damit das Gehirn einer Maus komplett untersucht. Mithilfe von Lichtmikroskopie hat er das Nervensystem der Fliege modelliert. In Zukunft will Myers neue, hochauflösende Mikroskope entwickeln und damit detaillierte 3-D- und 4-D-Modelle von Gehirnen bauen. Mit neuer Licht- und Elektronenmikroskopie will er darüberhinaus Vorgänge im Zellinneren sichtbar machen und ganze Zellgruppen untersuchen.

Gemeinsam mit anderen Arbeitsgruppen arbeitet Eugene Myers an Modellorganismen wie der Fruchtfliege, dem Zebrafisch, dem Fadenwurm oder der Maus. Er möchte den gesamten Entwicklungsablauf biologischer Systeme digital erfassen und so die Entwicklung von Lebewesen weiter aufklären.

Werdegang

  • seit 2017 Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden
  • seit 2012 Gründungsdirektor (Klaus Tschira Chair) des Zentrums für Systembiologie (CSBD) der Max-Planck-Gesellschaft und der Technischen Universität (TU) Dresden
  • seit 2012 Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden
  • 2005-2012 Forschungsgruppenleiter am Janelia Farm Research Campus, Howard Hughes Medical Institute (HHMI), Ashburn, USA
  • 2002-2005 Professor für Informatik und Molekularbiologie an der University of California, Berkeley, USA
  • 1999-2002 Vize-Präsident für Informatik bei Celera Genomics, Rockville, USA
  • 1991-1998 Professor für Molekularbiologie an der University of Arizona, Tucson, USA
  • 1981-1998 Professor für Informatik an der University of Arizona, Tucson, USA
  • 1981 Promotion an der University of Colorado, Boulder, USA
  • 1975-1981 Ph.D.-Studium an der University of Colorado, Boulder, USA
  • 1971-1975 B.Sc.-Studium der Mathematik am California Institute of Technology, Pasadena, USA

Funktionen

  • seit 2008 Mitglied des CASI Awards Committee des Burroughs Welcome Fund
  • seit 2007 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Max-Planck-Instituts für Informatik, Saarbrücken
  • 2006-2009 Mitglied im Peer Committee Computer Science, National Academy of Engineering (NAE)
  • 2003-2011 Mitglied im Advisory Board des ARC Center in Bioinformatics, University of Queensland, USA
  • 2003-2008 Mitglied im externen Beirat des Alan Wilson Center for Molecular Ecology and Evolution
  • 2003-2006 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der 454 Corporation
  • 2000-2002 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Paracel
  • 1998-2001 Vorstandsmitglied der International Society for Computational Biology
  • seit 1997 Associate Editor des Journal of Computational Biology
  • 1994-2005 Mitglied im Editorial Board von Bioinformatics

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2016 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO)
  • 2006 Ehrendoktorwürde der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, Schweiz
  • seit 2006 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2004 Max Planck-Forschungspreis
  • seit 2003 Mitglied der National Academy of Engineering, USA
  • 2002 Paris Kannelakis Theory and Practice Award der ACM

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