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Mitglieder

Mitgliederverzeichnis

Prof. Dr.

Peter Gumbsch

Senator der Sektion Technikwissenschaften

Wahljahr: 2008
Sektion: Technikwissenschaften
Stadt: Freiburg (Br.)
Land: Deutschland
CV Peter Gumbsch - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Werkstoffmechanik, Simulation von Verformungs- und Bruchverhalten, Tribologie, Material- und Energieeffizienz, Multiskalen-Materialmodellierung

Peter Gumbsch forscht im Grenzgebiet zwischen Physik und Ingenieurwissenschaften im Bereich der Werkstoffmechanik. Sein Fokus liegt dabei auf dem Verhalten von Werkstoffen unter thermischer und mechanischer Belastung und wie sich deren innere Struktur dabei verändert. Verformungs- und Bruchprozesse beschreibt er durch mathematische Modelle und Simulationen mit dem Ziel, Werkstoffe und Bauteile sicherer, zuverlässiger und langlebiger zu machen. Solche Bewertungsmethoden sind besonders für die Automobilindustrie, die Mikroelektronik oder Mikrosystemtechnik wichtig.

Gumbsch leistete Pionierarbeit darin, Werkstoffmodellierung und Produktentwicklung zu verknüpfen, und er ist maßgeblich an der Entwicklung der Multiskalen-Materialmodellierung beteiligt, mit der Werkstoffe skalenübergreifend – von einzelnen Atomen über Kristalle bis zum ganzen Werkstück – beschrieben werden können. Die Grundlage der Multiskalen-Materialmodellierung ist, Struktur und Eigenschaften eines Werkstoffs auf verschiedenen Skalen bis zur atomaren Ebene mathematisch zu erfassen und zu verknüpfen. Veränderungen eines Werkstoffs und seiner Eigenschaften bei der industriellen Verarbeitung oder der Nutzung können damit im Bauteil in Simulationsrechnungen präzise vorhergesagt werden. Weiterhin beschäftigt er sich mit den Elementarmechanismen des Bruchs und des Werkstoffversagens. Hier hat er mit atomistischen Untersuchungen zum Sprödbruchverhalten das bislang in Lehrbüchern dargestellte thermodynamische Bild um wesentliche Aspekte des Brechens atomarer Bindungen erweitert. Am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM untersucht er mit seinem Team Reibungs- und Verschleißprozesse, damit die Industrie die Materialeffizienz in ihren technischen Systemen steigern und Energie effizienter einsetzen kann.

Werdegang

  • 2012 Gastprofessor am Department of Materials und am Kavli Institute for Theoretical Physics, University of California, Santa Barbara
  • 2006 Gastprofessor an der School of Engineering, University of California, Santa Barbara
  • seit 2001 Professur für Werkstoffmechanik am Karlsruhe Institut für Technology KIT, Institut für Angewandte Materialien IAM
  • seit 2001 Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg und Halle (Saale)
  • 1997-2001 Leiter der Forschungsgruppe „Modellierung und Simulation von Dünnschichtphänomenen“ am Max-Planck-Institut für Metallforschung, Stuttgart
  • 1993-1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Metallforschung
  • 1992 Gastwissenschaftler an der University of Oxford, UK
  • 1991-1992 Research Associate am Imperial College for Science, Technology and Medicine in London, UK
  • 1991 Promotion an der Universität Stuttgart
  • 1988-1991 Doktorand am Max-Planck-Institut für Metallforschung und Gastwissenschaftler, Sandia National Laboratories in Livermore
  • 1982-1990 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität (GH) Hagen
  • 1981-1988 Studium der Physik an der Universität Stuttgart

Funktionen

  • seit 2017 Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates
  • seit 2015 Mitglied der Wissenschaftliche Kommission des Wissenschaftsrates
  • seit 2011 Obmann der Sektion Technikwissenschaften und Mitglied im Senat der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2011 Advisory Professor der Shanghai Jiao Tong University, China
  • 2004-2013 Mitglied im Projektkomitee „Komponentenverhalten“ der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS)
  • 2008-2012 Gewähltes Mitglied des Fachkollegium 405: Werkstofftechnik der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG
  • seit 2002 Mitglied im Wissenschaftlich-Technischen Rat der Fraunhofer-Gesellschaft, seit 2013 Mitglied der Hauptkommission
  • seit 2001 Mitglied im Fraunhofer-Verbund Werkstoffe, Bauteile – MATERIALS, seit 2012 stellvertretender Vorsitzender
  • 1999-2001 Gewähltes Mitglied des Wissenschaftlichen Rats und der chemisch-physikalisch-technischen Sektion (CPT) der Max-Planck-Gesellschaft

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2016 Mitglied der US National Academy of Engineering (NAE)
  • 2013 DGM-Preis der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde
  • 2009 Hector Fellow
  • seit 2008 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2007 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • 1998 FEMS Lecturer, Federation of European Materials Societies
  • 1998 Masing-Gedächtnispreis der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM)
  • 1997 Peter Haasen-Preis, Institut für Metallphysik, Universität Göttingen gemeinsam mit der Peter Haasen-Stiftung
  • 1992 Otto Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft

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