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Prof.

Georg Ernst Stahl

Wahljahr: 1700
Stadt: Berlin
Land: Deutschland

Forschung

Deutscher Mediziner und Arzt

Der weite Horizont seines Denkens und seiner Arbeiten umfasst die Phlogiston-Theorie der Verbrennung, die später mit der Entdeckung des Sauerstoffs widerlegt wurde, aber dennoch wichtige Erkenntnisse zur Reversibilität von Reaktionen und zur unsichtbaren Persistenz der beteiligten chemischen Komponenten beitrug. Auch seine Gedanken zur Rolle der „Anima“, die heute überholt erscheinen, führten bereits am Beginn des 18. Jahrhunderts Konzepte ein, die für die moderne Biologie und Psychologie von Bedeutung sind. Dazu zählen etwa Homöostase, Synergie, die Vorbereitung willentlicher Bewegungen und Unterschiede zwischen unbewussten aber vernünftigen Handlungen und solchen, die von rationalen Erwägungen geleitet werden.

Stahls medizinisches Hauptwerk ist die „Theoria medica vera”, Halle 1708. Eine der zentralen Publikationen zur chemischen Theorie der Verbrennung ist die „Zymotechnia fundamentalis seu fermentationis theoria generalis”, Halle 1697, in deutscher Sprache 1734.

Ein Leopoldina-Symposium zu Stahl, das auch die Rolle der „Anima” in der Tradition des Paracelsus und den Anlass für eine Kontroverse mit Leibniz in den Blick nahm, ist dokumentiert in: Georg Ernst Stahl (1659-1734) in wissenschaftshistorischer Sicht (Hg. Dietrich von Engelhardt und Alfred Gierer), Acta Historica Leopoldina 30 (2000), mit einer Reproduktion und Übersetzung seines Essays „De differentia rationis et ratiocinationis” (1701). Siehe auch „Georg Ernst Stahl (1659-1734), German Physician and Chemist“, Artikel von A. Gierer, in: Encyclopedia of the Enlightenment (Hg. A.C. Kors), Bd. 4, Oxford University Press, New York 2003, S. 124-125.

Werdegang

1659 in Ansbach geboren, studierte Stahl 1679-1684 in Jena. Von 1694 bis 1715 war er Professor der Medizin in Halle, 1700 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1715 ging er nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod 1734 Leibarzt des Preußischen Königs und Präsident des Collegium medico-chirurgicum war.

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