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Prof. Dr.

Johannes-Peter Stasch

Wahljahr: 2013
Sektion: Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie
Stadt: Wuppertal
Land: Deutschland
CV Johannes-Peter Stasch- Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Pharmakologie, Herz-Kreislauf-Forschung, Arzneimittelforschung, Lungenhochdruck, NO-sGC-cGMP-Signaltransduktionsweg, sGC-Stimulatoren, sGC-Aktivatoren

Johannes-Peter Stasch ist Chemiker und Pharmakologe. Seine Schwerpunkte sind die Herz-Kreislauf- und die Arzneimittelforschung. Er hat Signalübertragungswege in Zellen aufgeklärt, an denen neue Arzneimittel ansetzen. Auf der Basis seiner Forschungsergebnisse wurden neue Wirkstoffe für die Behandlung von Lungenhochdruck und Herzinsuffizienz entwickelt.

Johannes-Peter Stasch trägt mit seiner Forschung zur Entwicklung neuer Medikamente bei. Er hat einen Signalübertragungsweg (NO-sGC-cGMP-Signaltransduktionsweg) in den Zellen aufgeklärt, der bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielt. Stickstoffmonoxid (NO) wird im Innern der Blutgefäße gebildet. Es aktiviert ein Enzym, die lösliche Guanylat-Zyklase, die wiederum die Produktion eines Botenstoffs (cGMP, zyklisches Guanosin-Monophosphat) anregt. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass sich Blutgefäße erweitern und der Blutdruck sinkt. Bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der Koronaren Herzkrankheit oder dem Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie) ist dieser Signalweg gestört. Es wird zu wenig cGMP produziert, die Gefäße verengen sich und verstopfen. Die Patienten leiden dadurch unter schwerer Atemnot, das Herz wird überlastet. Der von Johannes-Peter Stasch entwickelte Wirkstoff, der sogenannte sGC-Stimulator, stellt den Signalweg wieder her. Es wird wieder vermehrt cGMP gebildet, die Gefäße weiten sich und der Druck im Lungenkreislauf sinkt.

Die Entdeckung von Johannes-Peter Stasch hat weitere Forscher inspiriert. Weltweit beschäftigen sich Wissenschaftler mit sGC-Stimulatoren und dem Botenstoff cGMP. Sie vermuten, dass der Signalweg auch bei Nieren- und Lebererkrankungen und bei Demenz eine Rolle spielen könnte. Johannes-Peter Stasch erforscht in der Folge eine weitere neue Wirkstoffgruppe, die sogenannten sGC-Aktivatoren. Sie haben die gleiche Wirkung, funktionieren aber über einen anderen molekularen Mechanismus. Seine Forschung hat zu mehr als 200 Patentanmeldungen und zu mehreren Produkten und Medikamenten geführt.

Werdegang

  • seit 2015 Senior Consultant, Bayer AG, Wuppertal
  • seit 2010 Honorarprofessor für Industrielle Arzneimittelforschung und Arzneimittelentwicklung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • seit 2008 Chief Scientist, Bayer HealthCare, Wuppertal
  • 2004-2007 Senior Research Fellow, Bayer AG, Wuppertal
  • 2003 Habilitation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für Pharmakologie, Privatdozent
  • 1995-2003 Research Fellow, Bayer AG, Wuppertal
  • 1991 Weiterbildung zum Fachapotheker für Arzneimittelinformation, Ermächtigung zur Weiterbildung für das Gebiet Arzneimittelinformation
  • 1990-1994 Principal Research Scientist, Bayer AG, Wuppertal
  • 1985-1989 Senior Research Scientist, Bayer AG, Wuppertal
  • 1984 Laborleiter im Institut für Herz-Kreislauf-Forschung, Bayer AG, Wuppertal
  • 1984 Approbation als Apotheker
  • 1983-1984 Praktisches Jahr, Raths-Apotheke Hameln und Pharma Hameln GmbH
  • 1983 Promotion zum Dr. rer. nat., Neuropharmakologie, Universitätsklinik Würzburg und Anorganische Chemie, Universität Bielefeld
  • 1980-1983 Studium der Pharmazie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • 1978-1980 Zivildienst, Neurochemie, Universitätsklinik Würzburg
  • 1973-1978 Studium der Chemie an der Leibniz-Universität Hannover und Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2015 Deutscher Zukunftspreis – Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation
  • seit 2013 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2008 Europäischer Verband der Pharmazeutischen Industrie (EFPIA): „Achievements in the fundamental research in cardiology“
  • 2008 Otto Bayer-Medaille

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