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Prof. Dr.

Dagmar Schäfer

Wahljahr: 2014
Sektion: Wissenschafts- und Medizingeschichte
Stadt: Berlin
Land: Deutschland
CV Dagmar Schäfer - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Wissenschafts-und Technikgeschichte Chinas, Wissensmanagement im alten China, Wissenstransfer innovativer Techniken, Entwicklung von Forschungswerkzeugen und -methoden

Dagmar Schäfer ist Sinologin, ihr Forschungsschwerpunkt ist die Wissenschafts- und Technikgeschichte Chinas. Sie analysiert wissenschaftliches Denken und Handeln als historische Phänomene. Im Fokus stehen historische Aushandlungsprozesse und Strukturen, die in verschiedenen Epochen zu unterschiedlichen Konstellationen von Wissen führten. Mit ihrer Forschung will Dagmar Schäfer aufdecken, wie sich neue Kategorien des Denkens und Innovationen in der Geschichte herausgebildet haben.

Das Forschungsgebiet von Dagmar Schäfer umfasst die Geschichte von Wissen und Handeln in asiatischen Kulturen und in der Vormoderne. Besonders beschäftigt sie sich mit dem China der Song- bis Ming-Dynastie (960-1644). Diese Dynastien gelten als Epochen wirtschaftlichen Aufschwungs und Erfindergeistes. In ihren Arbeiten fragt sie: Was verraten historische Texte und Objekte über Wissensmanagement im alten China? Welche Rolle wird Technik und ihrem Wandel zugemessen? Wie organisiert ein Staat handwerkliche Produktion? Vor diesem Hintergrund untersuchte Dagmar Schäfer die Seidenproduktion, wie sie organisiert war und welche Entwicklung sie nahm. Denn seit dem 14. Jahrhundert engagierte sich der chinesische Staat immer direkter in der Produktion von Gütern. In der Textilbranche entstanden große staatliche Manufakturen. Dabei entwickelten zum Beispiel die verantwortlichen Staatsbediensteten effiziente Maßnahmen, um den Wissenstransfer innovativer Techniken von der Privatwirtschaft in die Staatsbetriebe zu sichern. Es gab eine staatspolitische Einflussnahme auf den Informationsaustausch von Handwerkern. Solche Faktoren haben die Innovationskultur Chinas historisch geprägt. In diesem Zusammenhang fragt Schäfer auch nach der Bedeutung der Verschriftlichung von Wissen. Und sie untersucht mit ihrem Team die Rolle von Artefakten (Texten, Objekten, Räumen) bei der Generierung von naturwissenschaftlichem Wissen und der Anwendung von Technologien.

Dagmar Schäfer untersucht auch Chinas Innovationskultur und das ausgeprägte Kopistentum (Fälschungen). Sie fragt, wann Innovationen stattfanden und wie und wann sie in einer Kultur verbreitet und geschützt wurden. Mit ihren Arbeitsgruppen wertet sie private Schriften, Material aus Museen und Archiven, Korrespondenz, Lieferlisten, Haushaltsbücher und technische Anleitungen aus. Die Materialien geben Aufschluss darüber, welche Rolle die Verschriftlichung von Wissen dabei spielt. Daneben engagiert sich Dagmar Schäfer auch in der Entwicklung von Forschungswerkzeugen und -methoden und für neue Formen akademischer Publikationen.

Werdegang

  • seit 2015 Honorarprofessorin für Wissenschafts- und Technikgeschichte an der Technischen Universität (TU) Berlin
  • seit 2013 Direktorin der Abteilung „Artefakte, Handeln und Wissen“, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG), Berlin
  • 2012-2013 Leiterin der Abteilung “East Asian Studies”, University of Manchester, UK
  • 2011-2015 Professorin für Chinese Studies & History of Technology, School for Arts and Languages, University of Manchester, UK
  • 2006-2011 Direktorin der unabhängigen Forschungsgruppe “Concepts and Modalities: Practical Knowledge Transmission“ (China, 10.-18. Jahrhundert), Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
  • 2006 University of Pennsylvania, Department of History and Sociology of Science, Pennsylvania, USA
  • 2005-2006 Stipendium des Bayerischen Wissenschaftsministeriums
  • 2005 Habilitation
  • 2005 Assistenzprofessorin am Institut für Kulturwissenschaft Ost- und Südasiens, Sinologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • 2001-2004 DFG-Forschungsstipendium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Ts’ing­‐hua‐University, Hsinchu , Taiwan
  • 1998-2001 Postdoc-Stipendium an der Universität Würzburg
  • 1996 Promotion im Fach Sinologie, Japanologie und Politikwissenschaften, Universität Würzburg
  • 1994-1996 DFG-Promotionsstipendium
  • 1993-1994 Selbstständige Tätigkeit
  • 1993 M.A. an der Universität Würzburg
  • 1987-1993 Studium der Sinologie, Japanologie und Politikwissenschaften an der Universität Würzburg

Projekte

  • China Historical GIS Project, eine digitale Multi-Access-Wissensplattform in Zusammenarbeit mit dem Harvard-Yenching-Institut, der Harvard University und dem MPIWG
  • Leiterin der Kooperation zwischen dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) und dem Palastmuseum (PM) in Beijing, China

Funktionen

  • Prüferin am British Inter­‐University Chinese Center (BICC)
  • Supervisorin der Partnergruppe der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) am Institut für Naturwissenschaftsgeschichte (IHNS), Beijing, China
  • Mitglied im Editorial Board: Journal for East Asian Science, Technology, Medicine (EASTM); Transfers - Interdisciplinary Journal of Mobility Studies
  • Serial Editor: Science and Religion in East Asia

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2014 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2013 Joseph Levenson Book-Preis, Association for Asian Studies
  • 2012 Pfizer Award der History of Science Society
  • 2006 Award for Excellent and Outstanding International Research, Ruchti­‐Stiftung
  • 1991 DAAD-Austausch-Stipendium, National Zhejiang University, Hangzhou, China
  • 1990 Austausch-Stipendium der Universität Würzburg, National Zhejiang University, Hangzhou, China

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