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Prof. Dr.

Ferenc Krausz

Wahljahr: 2016
Sektion: Physik
Stadt: München
Land: Deutschland
CV Ferenc Krausz - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Attosekundenphysik, Echtzeitbeobachtung grundlegender Elektronenvorgänge, Entwicklung von Lasersystemen, Petawatt Field Synthesizer (PFS)

Ferenc Krausz ist Physiker. Er gilt als Begründer der Attosekundenphysik, die ultraschnelle Bewegungen von Elektronen in Echtzeit beobachtet und erforscht. Auf der Basis seiner Forschungen sind neue Arbeitsgebiete entstanden, wie die hochauflösende Mikroskopie lebender Organismen. Zudem hat er Laser entwickelt, die bei der Diagnose von Augen- und Krebskrankheiten eingesetzt werden können.

Ferenc Krausz und seinem Team ist es erstmals gelungen, einen Attosekunden-Lichtpuls zu erzeugen und zu messen. Eine Attosekunde ist ein Milliardstel einer Milliardstel Sekunde (0,000.000.000.000.000.001 Sekunden). Mit diesen Attosekunden-Lichtpulsen verfolgt Krausz die Bewegung von Elektronen in Atomen und Molekülen in Echtzeit. Er hat mit seinem Team Lasersysteme und Komponenten entwickelt, mit denen solche Beobachtungen erst möglich wurden. Elektronen bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa tausend Kilometern pro Sekunde. In den Lasersystemen wirkt der Attosekundenblitz wie ein extrem kurzer Fotoblitz und friert die Bewegung zu einem bestimmten Zeitpunkt ein. Die Forscher um Ferenc Krausz konnten so messen, dass ein Elektron zwischen 7 und 20 Attosekunden braucht, um die Atomhülle zu durchqueren. Die genaue Geschwindigkeit hängt davon ab, inwieweit die Elektronen untereinander und mit dem Atomkern interagieren.

Bei hohen Intensitäten kann ein Attosekunden-Lichtpuls Elektronen von ihrer atomaren Bindung befreien und sie auf Geschwindigkeiten beschleunigen, die sich der Lichtgeschwindigkeit nähern. Hierdurch wird die Tür zur Hochfeld-Attosekunden-Wissenschaft geöffnet. Durch die Kombination unterschiedlicher Laser will Ferenc Krausz einen Petawatt Field Synthesizer (PFS) aufbauen, mit dem Lichtpulse im Petawatt-Bereich (eine Billiarde Watt) erzeugt werden können. Hierdurch könnten die Vorgänge in Atomen noch detaillierter sichtbar gemacht werden.

Mit den von ihm entwickelten Werkzeugen gelang Krausz die Echtzeitbeobachtung grundlegender Elektronenvorgänge wie Ladungstransport, Tunneln, Fotoeffekt. Die Techniken können in Zukunft bei der Entwicklung von Quantencomputern und Supraleitern zum Einsatz kommen oder in der Medizin, etwa bei der Früherkennung und Therapie bösartiger Tumore. So sind laserbasierte Teilchentherapien schonender und genauer als die gängige Strahlentherapie von Tumoren.

Werdegang

  • seit 2017 Gastprofessor, Nanyang Technological University, Singapur
  • seit 2015 Direktor, Centre for Advanced Laser Applications (CALA), München
  • seit 2012 Direktor, Laboratory for Extreme Photonics (LEX-Photonics), München
  • 2010-2016 Gastprofessor, Pohang University of Science and Technology (POSTECH), Südkorea
  • seit 2010 Direktor, Munich Centre for Advanced Photonics (MAP), München
  • 2006-2009 Stellvertretender Direktor, Munich Centre for Advanced Photonics (MAP), München
  • seit 2005 Außerordentlicher Professor an der Technischen Universität Wien, Österreich
  • seit 2004 Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ), Garching
  • seit 2004 Professor für Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 1999-2004 Professor für Elektrotechnik, Technische Universität Wien
  • 1996-1998 Außerordentlicher Professor für Elektrotechnik, Technische Universität Wien
  • 1993 Habilitation an der Technischen Universität Wien
  • 1991-1993 Postdoktorand an der Technischen Universität Wien
  • 1991 Promotion in Laserphysik
  • 1988-1991 Wissenschaftlicher Angestellter an der Technischen Universität Wien
  • 1985-1987 Wissenschaftlicher Angestellter an der Technischen Universität Budapest, Ungarn
  • 1985 Diplom in Elektrotechnik
  • 1981-1985 Studium Theoretische Physik, Eötvös Loránd Universität, und Studium Elektrotechnik, Technische Universität Budapest, Ungarn

Funktionen

  • 2012 Mitbegründer Dennis Gabor-Gesellschaft, Berlin
  • 2010-2014 Strategischer Berater des Präsidenten der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
  • seit 2009 Initiierung und Koordinierung des Laboratory of Extreme Photonics (Lex-Photonics) an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • seit 2009 Initiierung und Koordinierung des Center for Advanced Laser Applications (CALA)
  • seit 2008 Etablierung und Koordinierung der Forschungskooperation zwischen dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) und der King Saud Universität Riyadh, Saudi-Arabien
  • 2007-2009 Geschäftsführender Direktor, Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching
  • seit 2007 Strategische Beratung des Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • seit 2006 Aufbau und Leitung der International Max Planck Research School of Advanced Photon Science, München

Projekte

  • 2010-2014 Initiierung und Koordinierung gemeinsamer Forschungsprojekte von fünf Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und fünf Instituten rund um Pacific Rim im Rahmen des Max Planck Center für Attosecond Sciences
  • 2008-2013 DFG-Projekt “International Collaboration in Chemistry: Control of Ultrafast EUV-induced Chemical Reactions”
  • seit 2006 Sprecher Exzellenzcluster EXC 158 „Münchner Zentrum für fortgeschrittene Photonik (MAP)“
  • seit 2006 Direktor, International Max-Planck-Research School of Advanced Photon Science (IMPRS-APS)

 

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2016 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2015 Thomson Reuters Citation Laureate in Physics
  • 2012 Knight’s Cross of the Order of Merit of Hungary
  • 2013 Otto Hahn-Preis der DPG, GDCh und der Stadt Frankfurt
  • 2013 König Faisal-Preis für Wissenschaft
  • seit 2012 Mitglied der Academia Europaea
  • 2011 Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
  • seit 2011 Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
  • 2011 Falling Walls Lecturer, Falling Walls-Konferenz, Berlin
  • 2010 Honorarprofessor, Shanghai Institute of Optics and Fine Mechanics, China
  • 2009 Honorarprofessor, Xian Institute für Optik, Chinesische Akademie der Wissenschaften
  • 2009 Fellow, Optical Society of America, USA
  • 2009 ERC Advanced Investigator Grant
  • 2007 Mitglied der European Academy of Sciences and Arts
  • seit 2007 Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
  • 2006 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2006 Progress Medal of the Royal Photographic Society, UK
  • 2006 James Frank Memorial Lecture, Israel Academy of Sciences, Israel
  • 2006 Quantum Electronics Award, Laser and Electro-Optics Society, USA
  • 2005 Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Budapest
  • seit 2003 Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • 2003 Julius Springer-Preis
  • 2002 Wittgenstein-Preis, Ministerium für Wissenschaft und Bildung, Österreich
  • 1998 Carl Zeiss-Forschungspreis der Ernst Abbe-Stiftung

 

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