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Arbeitsgruppen

Neurobiologische und psychologische Faktoren der Sozialisation

Das volle Potenzial der intellektuellen und sozialen Leistungsfähigkeit eines Menschen kann nur durch die Verfügbarkeit optimaler Lernumwelten während der gesamten Entwicklung, die sich von der Geburt bis zum Tod erstreckt, ausgeschöpft werden. Zur gezielten funktionsorientierten Frühförderung von Kindern (insbesondere von solchen mit Migrationshintergrund oder aus sozioökonomisch schwachen Gesellschaftsbereichen) hat die Arbeitsgruppe evidenz-basierte Maßnahmen erarbeitet, die eine bessere Integration und das optimale Ausschöpfen der in der Gesellschaft vorhandenen Potenziale ermöglichen sollen.

In der öffentlichen Diskussion werden die Ursachen von Unterschieden in der intellektuellen und sozialen Entwicklung von Menschen meistens in einander ausschließenden Bedingungen gesehen: Persönlichkeit, Fähigkeiten und soziale Eigenschaften seien entweder durch Veranlagung (die genetische Ausstattung eines Menschen) oder durch Umweltfaktoren bedingt. Die Forschung der letzten fünfzig Jahre hat überzeugend gezeigt, dass diese Antithese falsch ist. Das Ergebnis der Entwicklung von Menschen ist immer die Folge einer kontinuierlichen Interaktion zwischen genetischen und umweltbedingten Faktoren.

Auffassungen über die Art und Weise, wie sich kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten entwickeln, haben eine unmittelbare Bedeutung für das Handeln der Politik. Aus den wissenschaftlichen Befunden ist abzuleiten, dass insbesondere die frühkindliche Förderung im Kindergarten und in den ersten Schuljahren die beste Grundlage für eine erfolgreiche Integration liefert (insbesondere für die Entwicklung der Sprache und der Fähigkeiten zur Selbststeuerung). Aber damit ist es nicht getan. Gezielte Fördermaßnahmen sind besonders wirksam, wenn sie zum optimalen Entwicklungszeitpunkt angeboten werden. Später korrigierende Maßnahmen sind nicht unwirksam, aber um ein Vielfaches aufwändiger und für die Gesellschaft teurer.

Beteiligte Institutionen

  • Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
  • Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech

Sprecher der Arbeitsgruppe

  • Prof. Dr. Frank Rösler ML
    Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Brigitte Röder ML
    Universität Hamburg

Mitglieder der Arbeitsgruppe

  • Prof. Dr. Jürgen Baumert ML
    Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin
  • Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld ML
    European University Institute Florenz (Italien)
  • Prof. Dr. Thomas Cremer ML
    Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. Angela D. Friederici ML
    Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig
  • Prof. Dr. Markus Hasselhorn
    Deutsches Institut für internationale pädagogische Forschung (DIPF), Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Gerd Kempermann
    Technische Universität Dresden und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Dresden
  • Prof. Dr. Ulman Lindenberger ML
    Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin
  • Prof. Dr. Jürgen Meisel
    Universität Hamburg und University of Calgary (Kanada)
  • Prof. Dr. Markus M. Nöthen ML
    Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Prof. Dr. Brigitte Röder ML
    Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Frank Rösler ML
    Universität Hamburg
  • Prof. Dr. C. Katharina Spieß
    Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin
  • Prof. Dr. Frank Spinath
    Universität des Saarlandes, Saarbrücken
  • Prof. Dr. Elsbeth Stern
    Eidgenössische Technische Hochschule ETH Zürich (Schweiz)
  • Prof. Dr. Gisela Trommsdorff
    Universität Konstanz

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