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Arbeitsgruppen

Public Health

Die Arbeitsgruppe befasste sich mit der Frage, in welchen Bereichen Deutschland verstärkte Anstrengungen unternehmen sollte, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern und zu verbessern. Die Wissenschaftler haben ergründet, wie man eine evidenzbasierte Public Health-Politik weiter entwickeln kann, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.

Gesundheit zählt laut Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschrechte von 1948 zu den fundamentalen Menschenrechten. Eine sinnvolle Beschreibung von Gesundheit ist die Fähigkeit, sich gesellschaftlichen, physischen oder emotionalen Herausforderungen zu stellen und anzupassen. Nach einer Definition des britischen Mediziners Donald Acheson (1926 – 2010) ist Public Health die „Wissenschaft und Kunst, durch gemeinsame gesellschaftliche Anstrengung Krankheit zu verhindern, das Leben zu verlängern und die Gesundheit zu fördern“. Public Health bezieht sich demnach auf alle öffentlichen und privaten Maßnahmen, die in der Gesamtbevölkerung Krankheit verhindern, die Gesundheit fördern und das Leben verlängern.

Die Strategien, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, unterscheiden sich von Land zu Land. Viele Staaten haben allerdings erkannt, dass ihre Strategien nicht mehr zeitgemäß sind, und reformieren darum ihre Gesundheitssysteme. Überdies ist zunehmend umstritten, wie weit die Verantwortung von Individuen, internationalen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Angestellten im Gesundheitssektor, der Wissenschaft und der Gesundheitswirtschaft bei Gesundheitsförderung und Gesundheitsschutz reicht. Im globalen Kontext müssen diese Verantwortlichkeiten sorgfältig neu definiert werden. Darum ist zu erwarten, dass die Stärkung von Public Health in Deutschland es ermöglicht, einen größeren Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen für globale Public Health zu leisten.

Die Stellungnahme zeigt auf, was für die Entwicklung einer evidenzbasierten Public Health-Politik notwendig ist. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Vielfalt und Qualität des Personals im Gesundheitssektor, der Forschungsförderung, der Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis und der Aufklärung der Bevölkerung. Im Fokus stehen zudem die Rolle Deutschlands für die globale Public Health und die Mittel, diese Rolle auszufüllen.

Institutionen

  • Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (federführend)
  • Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften
  • Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech

Sprecher der Arbeitsgruppe

Mitglieder der Arbeitsgruppe

  • Jean-Francois Bach, Virologie, Paris
  • Axel Börsch-Supan ML, Wirtschaftswissenschaften, München
  • Reinhard Burger, Robert Koch Institut, Berlin
  • Martina Cornel, Public Health Genomics, Amsterdam
  • Antoine Flahault, Public Health, Paris
  • Peter Goldblatt, Epidemiologie, London
  • Jörg Hacker ML, Microbiologie, Präsident der Leopoldina, Halle
  • Ilona Kickbusch, Global Health and Public Health, Genf
  • Uwe Koch-Gromus, Psychologie, Hamburg
  • Alfons Labisch ML, Medizingeschichte, Düsseldorf
  • Peter Propping ML, Humangenetik, Bonn
  • Bernt-Peter Robra, Sozialmedizin, Magdeburg
  • Frank Rösler ML, Psychologie, Hamburg
  • Günter Stock, Präsident der Akademienunion, Berlin
  • Volker ter Meulen ML,Virologie, Würzburg
  • Jos van der Meer, Innnere Medizin, Nijmegen
  • Hans-Peter Zenner ML, HNO-Medizin, Tübingen

ML = Mitglied der Leopoldina

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Dr. Kathrin Happe

Referentin, Stellvertretende Leiterin der Abteilung Wissenschaft – Politik – Gesellschaft

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