Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten, deren Leiden auf eine kurative Behandlung nicht anspricht. Ihr Ziel ist es, die bestmögliche Lebensqualität für Patienten und deren Angehörige zu erreichen. Die Behandlung richtet sich dabei nach den Prioritäten und Bedürfnissen der Patienten. Die Kontrolle und Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen wie Mundtrockenheit und Atemnot sowie von psychischen, sozialen und spirituellen Problemen und Fragen ist dabei von entscheidender Bedeutung.
Rund 10 % der sterbenden Menschen in Deutschland benötigen eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), wesentlich mehr eine allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV). Neben der ambulanten Betreuung ist die allgemeine und spezielle Palliativbetreuung im stationären Bereich erforderlich, zum Beispiel in Krankenhäusern, Hospizen und stationären Pflegeeinrichtungen. Die erforderlichen Kompetenzen sind derzeit noch nicht in allen Bereichen hinreichend vorhanden.
Hinzu kommt ein Forschungsbedarf, um die Effektivität von Interventionen und von unterschiedlichen Versorgungsmodellen zu bewerten und die Morbiditäts- und Altersentwicklung der Patienten mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen von pflegenden Familienangehörigen sowie professionell Pflegenden in Einklang zu bringen.
Die Arbeitsgruppe nimmt eine Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland vor, die als Grundlage für eine Forschungsagenda zur Palliativmedizin dienen soll. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Anzahl von chronisch und mehrfach erkrankten Patienten hohen Alters bei gleichzeitig schrumpfenden nachfolgenden Generationen sollen Empfehlungen zur Realisierung einer lückenlosen und qualitativ hochwertigen Palliativversorgung gegeben werden.
ML = Mitglied der Leopoldina
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