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Arbeitsgruppen

Zum Verhältnis zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien

Die Kommunikation komplexer wissenschaftlicher Erkenntnisse an Medien, Gesellschaft und Politik birgt vielfältige Herausforderungen. Insbesondere bei der Veröffentlichung von Erkenntnissen, die auf mögliche problematische Entwicklungen hinweisen oder sogar dringenden Handlungsbedarf erfordern, ist eine sachliche Debatte nicht selbstverständlich.

Die mediale Berichterstattung über Entwicklungen in der Forschung bzw. Erkenntnisse, die von großem öffentlichen (ggf. politischen und/oder wirtschaftlichen) Interesse sind, unterliegt spezifischen Randbedingungen (Konkurrenz um Aufmerksamkeit und deren ökonomische Bedeutung, sog. Nachrichtenwerte, die Vereinfachungen und Dramatisierung erzwingen).

Zugleich kommuniziert auch die Wissenschaft zunehmend strategisch mit dem Ziel, Legitimation in Gestalt öffentlicher Zustimmung zu erlangen. Dies führt zu  Resonanzeffekten, die in konkreten Fällen eine unangemessene Verstärkung oder eine unangemessene Schwächung des Informationsgehalts bewirken. Sie können zu Reaktionen in der Öffentlichkeit (im weiteren Sinn die Zivilgesellschaft, die Kirchen, Verbände, Nichtregierungsorganisationen usw.), der Politik oder der Wirtschaft führen, die – aus der Sicht der Wissenschaft – der kommunizierten Information nicht entsprechen. Kurz gesagt: Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Medien ist problematisch.

Dies sollte jedoch nicht der einen oder anderen Seite angelastet werden, sondern auf die  strukturellen Bedingungen zurückgeführt werden, unter denen diese Kommunikation stattfindet.

Ziele

Die Projektgruppe verfolgt zwei Ziele: Erstens soll das Verständnis der unvermeidbaren strukturellen Barrieren und der aus ihnen resultierenden Kommunikationsprobleme geweckt werden. Zweitens sollen Möglichkeiten zu Verbesserungen der Kommunikation im Sinne eines Qualitätsmanagements erkundet werden. Ggf. werden Leitlinien guter Kommunikationspraxis für Wissenschaftler und Journalisten formuliert.

Beteiligte Institutionen

  • Deutsche Akademie der Technikwisssenschaften acatech (federführend)
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) (federführend)
  • Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Sprecher der Arbeitsgruppe

  • Prof. Dr. Peter Weingart
    Universität Bielefeld

Mitwirkende der Arbeitsgruppe

  • Heidi Blattmann
    Freie Publizistin, Schweiz
  • Prof. Dr. Gerd Gigerenzer ML
    Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
  • Prof. Dr. Reinhard F. Hüttl
    acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Berlin
  • Prof. Dr. Otfried Jarren
    Universität Zürich, Schweiz
  • Prof. Dr. Alfred Pühler ML
    Universität Bielefeld
  • Prof. Dr. Otwin Renn
    Universität Stuttgart
  • Ulrich Schnabel
    Die ZEIT, Hamburg
  • Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer
    Sächsische Akademie der Wissenschaften, Leipzig
  • Prof. Dipl-Chem. Holger Wormer
    Technische Universität Dortmund

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Dr. Christian Anton

Referent der Abteilung Wissenschaft - Politik - Gesellschaft

Tel. 0345 - 47 239 - 861
Fax 0345 - 47 239 - 839
E-Mail christian.anton @leopoldina.org

VERANSTALTUNGEN