Leopoldina Home

Digitalisierte Gesellschaft

Digitales Ich – Digitales Wir: Digitalisierung und die Zukunft der Demokratie

Digitales Ich – Digitales Wir: Digitalisierung und die Zukunft der Demokratie

Foto: ellagrin fotolia

Leben in einer digitalisierten Gesellschaft der Zukunft: Welche Vorstellungen haben Jugendliche davon? In einer gemeinsamen Veranstaltung der evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. und der Leopoldina diskutierten diese Frage am 24. März 2017 Schülerinnen und Schüler des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums Halle mit Experten aus den Bereichen Zukunftsforschung, IT-Entwicklung sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften.

Die Digitalisierung hat unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren bereits tiefgreifend verändert – neue Kommunikations-, Informations- und Interaktionsmöglichkeiten prägen unser Leben. Menschen, Gegenstände und Prozesse sind vernetzt und interagieren miteinander, so dass es kaum mehr einen Handlungsbereich gibt, der keine Datenspuren hinterlässt. Die Daten, die dabei in großer Menge entstehen, werden miteinander verknüpft, analysiert und zu neuen Erkenntnissen verwoben. Zugleich sind neue Akteure und Machtstrukturen entstanden, auf welche die klassischen Prozesse politischer und gesellschaftlicher Organisation nicht zugeschnitten sind.

Im Rahmen eines von der evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. durchgeführten Projekttags haben sich Schüler der Jahrgangstufe 11 des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums Halle mit den möglichen Folgen einer zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft auseinandergesetzt. Ihre Zukunftsvisionen haben sie in drei Filmen und einer Performance umgesetzt, die sie zu Beginn der Veranstaltung präsentierten.

Der Zukunftsforscher Karlheinz Steinmüller ging in seinem anschließenden Impulsvortrag kurz auf historische Entwicklungslinien von Kontroll- und Überwachungsvorstellungen im gesellschaftlichen Kontext ein und zeigte dann einige Herausforderungen auf, welche die Digitalisierung und die mit ihr einhergehende Verfügbarkeit von privaten Daten für die Demokratie darstellen. Abschließend stellt er in vier möglichen Szenarien – Big Brother mittels Künstlicher Intelligenz, Digitale Parallelgesellschaften, Transparente Gesellschaft und Demokratie 2.0 – dar, wie sich die Gesellschaft angesichts dieser Herausforderungen entwickeln könnte.

Im Anschluss diskutierten der Informatiker Klaus-Robert Müller, der Zukunftsforscher Karlheinz Steinmüller und der Kommunikationswissenschaftler Oliver Zöllner mit den Schülern und dem Publikum über das Risikoempfinden und die tatsächlichen Risiken im Umgang mit privaten Daten und über die Chancen, die digitale Zukunft aktiv mitzugestalten.

Die Experten

Dr. Karlheinz Steinmüller
..., Jahrgang 1950, Diplomphysiker und promovierter Philosoph, ist Gründungsgesellschafter und Wissenschaftlicher Direktor der Z_punkt GmbH The Foresight Company Köln und befasst sich schwerpunktmäßig mit Zukunftsstudien. Daneben hat K. Steinmüller gemeinsam mit seiner Frau Angela zehn Science-Fiction-Bücher, drei Bücher über Zukunftsforschung und eine Biographie über Charles Darwin publiziert.

Prof. Dr. Klaus-Robert Müller ML
... ist Physiker und Informatiker. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gehirn-Computer-Schnittstellen und Maschinelles Lernen, ein Gebiet, das er maßgeblich mit aufgebaut hat. Außerdem erforscht er Support-Vektor-Maschinen und beschäftigt sich mit Big Data. Seit 2006 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Maschinelles Lernen an der Technischen Universität Berlin. Neben weiteren Tätigkeiten als Gastwissenschaftler und Forschungsprofessor ist er seit 2014 Co-Direktor des Berlin Big Data Centers an der TU.

Prof. Dr. Oliver Zöllner
... ist Kommunikationswissenschaftler und lehrt seit 2006 an der Hochschule der Medien Stuttgart Mediensoziologie, Digitale Ethik, internationale Kommunikation und Hörfunkjournalismus. Er ist dort einer der drei Gründer und Leiter des Instituts für Digitale Ethik (IDE). Seit 2006 ist Zöllner zudem Honorarprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Die Veranstaltung wurde moderiert von Sven Kochale.

ML = Mitglied der Leopoldina

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Dr. Elke Witt

Referentin der Abteilung Wissenschaft - Politik - Gesellschaft

Tel. 0345 - 47 239 - 873
Fax 0345 - 47 239 - 839
E-Mail elke.witt @leopoldina.org

Klassen und Sektionen

Die Mitglieder der Leopoldina sind in 28 Sektionen organisiert, die wiederum vier Klassen zugeordnet sind.

Klassen

Sektionen