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Nachricht | Donnerstag, 3. Juli 2014

Akademien fordern langfristige Investitionen in frühkindliche Bildungs- und Betreuungsangebote

Frühkindliche Erfahrungen beeinflussen den weiteren Entwicklungsweg eines Menschen nachhaltig. Hochwertige Bildungsangebote in der frühen Kindheit sind deshalb individuell und gesamtgesellschaftlich besonders sinnvoll. In der Stellungnahme „Frühkindliche Sozialisation“ fordern die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften deshalb langfristige Investitionen in frühkindliche Bildungs- und Betreuungsangebote von hoher Qualität. Das Papier wurde heute in Berlin vorgestellt.

In der heute veröffentlichten Stellungnahme weisen die Akademien darauf hin, dass insbesondere auch die Förderung von Kindern, die in weniger förderlichem Familienumfeld aufwachsen, erheblich verbessert werden kann. Hier gelte es, rechtzeitig einen Förderbedarf zu erkennen, damit Betreuungsangebote nicht erst nach Abschluss wichtiger Entwicklungsphasen gemacht werden ─ und damit nicht mehr oder weniger gut greifen.

Die Wissenschaftler empfehlen weiterhin, die enge Wechselwirkung zwischen Erbanlagen und Umwelt bei der Entwicklung eines Kindes stärker in bildungspolitische Überlegungen einzubeziehen. Sie weisen darauf hin, dass das Intelligenzniveau eines Menschen nicht von Geburt an unveränderlich festgeschrieben ist. Vielmehr haben negative und positive Umwelteinflüsse einen bedeutsamen Einfluss auf die Entfaltung der genetischen Veranlagung eines Menschen. Gleichzeitig setzten diese Veranlagungen auch Grenzen.

An der Stellungnahme waren Forscher aus den Fächern Psychologie und Neurobiologie, ebenso wie Linguistik, Pädagogik, Soziologie und Ökonomie beteiligt. Die Arbeitsgruppe hat Ergebnisse aus diesen sehr unterschiedlichen Disziplinen zusammengetragen und in ihrer Aussagekraft bewertet. Die Stellungnahme dokumentiert die Forschungsergebnisse zur frühkindlichen Entwicklung und deren Bedeutung für die Gesellschaft, die aus Sicht aller beteiligten Fächer als gesichert gelten können.

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