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Nachricht │ Montag, 4. April 2011

Workshop zu „Transgenen Nutzpflanzen“ markiert den erfolgreichen Abschluss des deutsch-brasilianischen Wissenschaftsjahres

Workshop zu „Transgenen Nutzpflanzen“ markiert den erfolgreichen Abschluss des deutsch-brasilianischen Wissenschaftsjahres

Workshop in Hannover
Foto: Markus Scholz / Leopoldina

Die herausragende Bedeutung von transgenen Nutzpflanzen für die globale Ernährung und die Produktion von Biomasse war Thema eines wissenschaftlichen Workshops, der am 4. und 5. April 2011 zum offiziellen Abschluss des deutsch-brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation in Hannover stattfand. Den bilateralen Workshop hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der brasilianischen Koordinationsstelle für Hochschulbildung (CAPES) organisiert.

Während der zweitägigen Veranstaltung trafen sich Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des brasilianischen Wissenschaftsrates (CNPq), der DFG, der Leopoldina und CAPES mit auf diesem Forschungsgebiet führenden deutschen und brasilianischen Wissenschaftlern. Alle offiziellen Vertreter unterstrichen sowohl die lange Tradition der deutsch-brasilianischen Kooperation als auch die Bedeutung transgener Nutzpflanzen für die Nahrungsmittelindustrie und zunehmend für die Energiepflanzenproduktion. Dabei handelt es sich in der Regel um gentechnisch veränderte Pflanzen oder um solche, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Glaucius Olíva, Präsident des brasilianischen Wissenschaftsrates, hob „die Produktion von Nahrungsmitteln und die Bereitstellung von Energie“ als „die große Herausforderung der Zukunft“ hervor.

Die brasilianische Ökonomie baut bereits heute zu einem großen Teil auf die Produktion und den Export von Nutzpflanzen und setzt hierfür immer häufiger biotechnologische Methoden ein. Obwohl sich die Forschung in Europa mit strikteren Regulierungen konfrontiert sieht, spielt auch in Deutschland die Pflanzenbiotechnologie eine herausragende Rolle in der Wissenschaft.

Detailliert tauschten sich die Teilnehmer über den Stand der Forschung und die Anwendungsmöglichkeiten aus. Dabei diskutierten sie sowohl Themen der Grundlagenforschung – wie Netzwerke von Genen zur Regulierung zellinterner Prozesse oder die Reaktion auf Hochtemperaturstress in Samenkapseln der Gerste – als auch die direkte Anwendung biotechnologischer Methoden – beispielsweise in der Produktion und Züchtung von Nutzpflanzen wie Zuckerrübe, Zuckerrohr oder Zitrusfrüchten. Auch die Möglichkeiten und Herausforderungen in der biotechnologischen Forschung für die Ertragssteigerung, den Pflanzenschutz und für medizinische Anwendungen kamen in den Blick.

Alle Workshop-Teilnehmer waren sich einig, dass die langjährige erfolgreiche Kooperation von deutschen und brasilianischen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Pflanzenbiotechnologie durch das bilaterale Wissenschaftsjahr weitere Impulse erhalten hat. Sie kamen zum Abschluss überein, zukünftig Themen und eine gemeinsame Strategie für weitere bilaterale Kooperationsprojekte zu formulieren. Als Teilnehmer der hierfür gebildeten Diskussionsgruppe wurden folgende Wissenschaftler nominiert:

  • Prof. Holger Deising, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz
  • Prof. Maria Fatima Grossi de Sa, Brasilianisches Zentrum für Agrarwissenschaften – EMBRAPA
  • Prof. Marcio C. Silva-Filho, Universität São Paulo – ESALQ, Labor für Pflanzenmolekularbiologie
  • Marcos A. Machado, Institut für Agrarwissenschaften – IAC, Zentrum für Zitruskulturen
  • Prof. Mark Stitt, Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, Mitglied der Leopoldina
  • Prof. Klaus Harter, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen
  • Prof. Karl-Heinz Kogel, Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie

Ziel des deutsch-brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 des BMBF war es, die Vielfalt und Exzellenz der bilateralen Wissenschaftskooperation bekannter zu machen und der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit neue Impulse zu geben. Das BMBF veranstaltet seit einigen Jahren gemeinsam mit strategisch wichtigen Partnerländern Internationale Wissenschaftsjahre.

(Henning Steinicke / Leopoldina)

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