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Pressemitteilung | Donnerstag, 7. September 2017

Leopoldina zeichnet den Biophysiker Peter Hegemann mit der Mendel-Medaille aus

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zeichnet ihr Mitglied Peter Hegemann, Berlin, mit der Mendel-Medaille aus. Damit würdigt die Akademie die herausragende wissenschaftliche Arbeit des Forschers auf dem Gebiet der Optogenetik. Die Mendel-Medaille wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am Freitag, 22. September 2017, in Halle (Saale) überreicht.

Prof. Dr. Peter Hegemann (Jahrgang 1954) ist Mitbegründer der Optogenetik, einer Verbindung aus Methoden der Optik und der Genetik. Diese neue Technologie ermöglicht es, durch Licht Einblicke in die Funktionsweise von Zellen zu gewinnen. Peter Hegemann hat viele Jahre an der Alge Chlamydomonas Bewegungsreaktionen im Licht mit den zugehörigen elektrischen Prozessen studiert. Als Photorezeptoren hat er daraufhin lichtgesteuerte Ionenkanäle postuliert, die er in einer Kooperation mit Georg Nagel und Ernst Bamberg molekular identifiziert und „Kanalrhodopsine“ genannt hat. Diese lichtempfindlichen Proteine bilden Kanäle in der Zellmembran, durch die Ionen fließen können. Werden diese Proteine in die Zellmembran eingebracht, ist die Zelle durch Licht gezielt steuerbar. Kanalrhodopsine wurden dadurch zu den bedeutendsten Schlüsselkomponenten auf dem Gebiet der Optogenetik. Sie werden heute weltweit von Wissenschaftlern verwendet, um in Zellkulturen, Hirnschnitten oder lebenden Tieren neuronale Schaltkreise mithilfe optischer Techniken zu verstehen. Dadurch können neue Erkenntnisse für die Behandlung neurologischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Epilepsie oder Parkinson, gewonnen werden. Die Fachzeitschrift Nature zeichnetet diese Methode im Jahr 2010 als „Method of the Year“ aus.

Peter Hegemann studierte Chemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1984 wurde er am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried promoviert, wo er von 1985 bis 1992 als Forschungsgruppenleiter tätig war. 1992 habilitierte er sich an der Ludwig‐Maximilians‐Universität München und trat 1993 eine Professur für Biochemie an der Universität Regensburg an. Seit 2005 ist er Professor für experimentelle Biophysik an der Humboldt‐Universität zu Berlin. Seit 2012 arbeitet Peter Hegemann zudem als Gastwissenschaftler am Howard Hughes Medical Institute, Janelia Research Campus, Ashburn (USA). 2015 erhielt er die Hertie-Senior-Forschungsprofessur für Neurowissenschaften. Peter Hegemann ist seit 2012 Mitglied der Leopoldina.

Die Mendel-Medaille wurde 1965 zu Ehren Gregor Mendels (1822-1884), dem Begründer der Vererbungslehre, gestiftet. Mit der Auszeichnung würdigt die Leopoldina Pionierleistungen auf dem Gebiet der allgemeinen und molekularen Biologie oder Genetik. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Biophysiker und Nobelpreisträger Max Delbrück (1967) und der Biologie Sydney Brenner (1970), der 2002 den Medizin-Nobelpreis erhielt.

 

 

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