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Nationale Empfehlungen

Zur Stammzellforschung (2009)

Aus differenzierten Körperzellen können durch Reprogrammierung pluripotente Stammzellen werden. Wissenschaftlich bedeutet diese Erkenntnis einen Durchbruch. Auch für die ethische Debatte um humane embryonale Stammzellen gibt es neue Impulse.

 

 

(2009)

Neue Wege der Stammzellforschung: Reprogrammierung von differenzierten Körperzellen

Die Stammzellforschung hat durch den Nachweis, dass aus differenzierten Körperzellen durch Reprogrammierung pluripotente Stammzellen entstehen können, einen enormen Durchbruch erzielt. Dieser Durchbruch, der aus wissenschaftlicher Sicht und therapeutischer Perspektive von großem Interesse ist, hat zugleich auch deutlich differenzierend und entlastend auf die ethische Debatte um humane embryonale Stammzellen gewirkt.

Die inzwischen weltweit und in Deutschland durchgeführten Arbeiten zur Reprogrammierung wären ohne Erkenntnisse der embryonalen Stammzellforschung nicht möglich gewesen. Sie machen einmal mehr deutlich, dass Forschungsfreiheit ein unschätzbarer Wert ist und zu außergewöhnlichen und unerwartet wertvollen Befunden führen kann.

Dies hat die an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften etablierte interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Gentechnologiebericht“ dazu veranlasst, sich dieses Themas anzunehmen, um gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, die vorliegende Stellungnahme zu erarbeiten und zu veröffentlichen.

Beide Akademien handeln dabei sowohl aus ihrer Verantwortung für die Wissenschaft, als auch aus ihrer Verantwortung für die Gesellschafts- und Politikberatung heraus, der Öffentlichkeit gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen und damit auch die politischen Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, wissenschaftsbasierte Entscheidungen zu treffen und gegebenenfalls daraus entsprechende Regelungen abzuleiten.

Die Reprogrammierung von differenzierten Körperzellen in pluripotente Stammzellen eröffnet viele Möglichkeiten, biologische Prozesse nicht nur besser zu verstehen, sondern daraus zukünftig auch diagnostischen und therapeutischen Nutzen ziehen zu können.

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Dr. Christiane Diehl

Stellv. Leiterin: IAP und NASAC; Leiterin der EASAC-Geschäftsstelle

Tel. 0345 - 47 239 - 831
Fax 0345 - 47 239 - 839
E-Mail christiane.diehl @leopoldina.org

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