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Acta Historica Leopoldina

Technologien des Glaubens

Nr. 71

Schubkräfte zwischen technologischen Entwicklungen und religiösen Diskursen

Herausgegeben von Sebastian Böhmer, Constanze Breuer, Thomas Müller-Bahlke (Halle/Saale) und Klaus Tanner (Heidelberg)

(2017, 184 Seiten, 4 Abbildungen, 21.95 Euro, ISBN: 978-3-8047-3796-9, ISSN: 0001-5857)

Religion und rational verstandene Wissenschaft und Technik scheinen streng getrennte Bereiche. Die Wissenschafts- und Technikgeschichte zeigt bei gründlicher Analyse aber, dass Gläubige und Glaubensgemeinschaften in verschiedenen Zeiten immer wieder bestrebt waren, rationales Wissen und daraus entwickelte Technologie und Techniken in ihr Weltbild zu integrieren bzw. innerhalb ihrer Weltsicht zu interpretieren und es dann sogar für ihre Zwecke in den Dienst zu nehmen. In den archaischen Religionen galten Technologien als göttlichen Ursprungs, und bis in die Moderne hinein finden sich bemerkenswerte Fälle einer positiven Aneignung neuer Technologien durch religiöse Gemeinschaften. Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu diesen positiven Kontinuitäten zwischen Religionen und Technologien seit der Frühen Neuzeit. Sie verweisen auf die sich seitdem verdichtenden religiösen Diskurse und deren Akteure, die sich um eine Integration der technischen Innovationen in den metaphysischen Rahmen des Glaubens bemühen. Die Beispiele widerlegen eine ausschließlich fortschreitende Verdrängung der Religion durch Wissenschaft, sondern zeichnen ein wesentlich differenzierteres Bild, indem die Warner- und Begrenzerattitüde, die oft als gängiges Klischee für das Verhältnis von Religion zur Technik gebraucht wird, durch mannigfaltigere Perspektiven zu ersetzen ist.

 

 

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