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Edition der amtlichen Korrespondenz Nees von Esenbecks

Die amtliche Korrespondenz Nees von Esenbecks mit dem ersten preußischen Kultusminister Karl Sigmund Freiherr von Altenstein (1770–1840) reicht von 1817 bis zum Todesjahr des Ministers und umfaßt mehr als 620 Schreiben.

Benachrichtigung Nees von Esenbecks, dass die Königliche Regierung in Köln beauftragt worden ist, der Akademie der Naturforscher zur Unterstützung der Herausgabe ihrer Schriften für 1828 die Summe von 1 200 Talern zu zahlen. Quelle: Leopoldina

Benachrichtigung Nees von Esenbecks, dass die Königliche Regierung in Köln beauftragt worden ist, der Akademie der Naturforscher zur Unterstützung der Herausgabe ihrer Schriften für 1828 die Summe von 1 200 Talern zu zahlen. Quelle: Leopoldina

Altenstein stand ab November 1817 dem neugebildeten „Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten“ vor. Er war nicht nur an verwaltungstechnischen und philosophischen, sondern ebenso an naturwissenschaftlichen Fragestellungen interessiert, bezeichnete die Botanik als seine „Lieblingswissenschaft“ und schätzte die Untersuchungen und botanischen Studien Nees von Esenbecks.

Spezifisch akademische Themenkomplexe wurden von beiden Seiten eingehend erläutert. Hierzu zählen die Anfechtung der Präsidentenwahl oder die Überführung der Akademie und ihrer Sammlungen in die Obhut Preußens ebenso wie der Einfluss Altensteins auf die Akademiereformen oder die Absicht, die Gelehrtenvereinigung in eine „wissenschaftlich-practische Real-Akademie“ umzubilden.

Ein zweiter Schwerpunkt der amtlichen Korrespondenz liegt in der Universitätspolitik und der Etablierung der Botanik als Lehrfach an den Universitäten. Die Schreiben dokumentieren, dass Nees von Esenbeck bei zahlreichen Berufungen an die Universität Bonn beratend tätig war. Die Thematisierung verschiedener Aspekte wie der Lehre an den Universitäten Bonn und Breslau, der Einrichtung und Leitung der botanischen Gärten in Poppelsdorf bei Bonn und in Breslau sowie vor allem des von Nees von Esenbeck geleiteten Seminars für die gesammten Naturwissenschaften in Bonn macht die Korrespondenz zu einer wichtigen Quelle für die Geschichte der Botanik und der Naturwissenschaften sowie der Bildungsgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Abbildung zeigt eine Benachrichtigung Nees von Esenbecks, dass die Königliche Regierung in Köln beauftragt worden ist, der Akademie der Naturforscher zur Unterstützung der Herausgabe ihrer Schriften für 1828 die Summe von 1 200 Talern zu zahlen. Dieses Schreiben aus dem Ministerium an C. G. Nees von Esenbeck vom 3. Januar 1828 hat der Minister Altenstein eigenhändig unterschrieben; die Notizen am oberen Rand sind aus der Feder Nees von Esenbecks und bezeichnen Vermerke zum Eingangsdatum und zum Versendungsdatum einer Quittung. (Leopoldina-Archiv: Die Stellung der Academie zu Preussen während ihres Sitzes zu Bonn. 1818–1830, 30/1/2, o. Fol.).

ANSPRECHPARTNER

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Prof. Dr. Rainer Godel

Leiter der Abteilung Studienzentrum

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