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Wissenschaftshistorische Seminare

Kosmo-Poetik: Was haben Physik und Literatur sich zu erzählen?

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Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Klaus Mecke

Datum: Dienstag, 3. November 2015
Uhrzeit: 18:00 bis 19:30
Ort: Leopoldina, Vortragssaal, Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Warum und zu welchem Ende lohnt es, sich mit den Beziehungen zwischen Physik und Literatur zu beschäftigen? Diese Frage soll im Vortrag anhand eines Umrisses historischer Beispiele und systematischer Analysen skizziert werden.

Zur Zeit Johannes Keplers ist die Synthese wissenschaftlicher und literarischer Schreibweisen in einem Text noch denkbar: Kepler entwirft 1609 in seinem Somnium, der parallel zur Astronomia nova entsteht, eine fiktive Mondreise, die den Kampf zwischen den miteinander konfligierenden Weltbildern inszeniert und durch allegorische, optische, narrative und wissenschaftliche Schreibverfahren der neuen astronomischen Auffassung zur Verbreitung verhilft.

Mit Kepler als Vorbild reflektieren auch heute literarische Texte den fundamentalen Beitrag der Physik zur Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts: z.B. ist Thomas Lehrs These im Roman 42, dass die größten Herausforderungen des Zeitdenkens im 20. Jahrhundert nicht von der Philosophie, sondern von der Physik ausgehen. Er entwirft in seinem Roman ein fiktives Szenario des Zeitstillstands als Gedankenexperiment am C.E.R.N, um die Dynamik des physikalischen Zeitdenkens aus gesamtkultureller Perspektive zu problematisieren.

Doch auch der umgekehrte Weg ist möglich, von der Narration zur Fiktion – in der Physik: Der theoretische Physiker Kip Thorne nimmt eine Frage aus Carl Sagans Roman Contact zum Anlass, um das Modell der durchquerbaren Wurmlöcher physikalisch zu entwickeln, das im Wesentlichen auf der Glaubwürdigkeit der Einführung fiktiver Größen in der theoretischen Physik basiert.

Der analytische Fokus des Vortrages möchte aufzeigen, wie Autoren argumentieren und wie Physik und Literatur sich gegenseitig inspirieren, um als Räume des symbolischen Probehandelns zu fungieren, in denen das Unvorstellbare mathematisch und/oder menschlich denkbar wird. Dieser Vortrag ist im Rahmen des ELINAS – Center for Literature and Natural Science – an der Universität Erlangen entstanden, und seine Ergebnisse stammen zum Teil aus der gemeinsamen Arbeit von Klaus Mecke und Aura Heydenreich.

Es laden Sie herzlich ein: Prof. Dr. Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann und Prof. Dr. Florian Steger.

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Godel
E-Mail: rainer.godel@leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 -115

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