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Prof. Dr.

Bernd Walter Böttiger

Wahljahr: 2014
Sektion: Chirurgie, Orthopädie und Anästhesiologie
Stadt: Köln
Land: Deutschland
CV Bernd Böttiger - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Reanimation/Wiederbelebung, Intensivmedizin, Anästhesiologie

Schwerpunkt der Arbeit von Bernd W. Böttiger sind Aspekte von Notfallmedizin und Reanimation. In vielen Gremien setzt er sich für eine bessere Vermittlung medizinischer Grundkenntnisse bei Wiederbelebungsmaßnahmen in der Bevölkerung ein. Außerdem sucht er nach Wegen, wo und wie dieses Wissen so vermittelt werden kann, dass es im Notfall abrufbereit ist. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Sterblichkeit bei akuten Notfällen wie dem plötzlichen Herztod zu senken.

Jährlich sterben in Deutschland bis zu 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod, obwohl in vielen Fällen Wiederbelebungsmaßnahmen von Notärzten eingeleitet worden sind. Doch während der Wartezeit auf die professionelle Hilfe vergeht oft zu viel Zeit. Bernd W. Böttiger plädiert deshalb für eine sofort einsetzende Herzdruckmassage durch anwesende Laien. Dies könne die Überlebensrate von Patienten verdoppeln.

Zahlen aus einem zentralen Reanimationsregister haben gezeigt, dass in Deutschland nur etwa 20 Prozent der Laien bereit sind, selbst im Notfall einen Patienten zu reanimieren. Da diese Zahl in anderen europäischen Ländern wesentlich höher ist, betont Böttiger die Notwendigkeit, die Bevölkerung in Deutschland besser aufzuklären und zu motivieren. Aus diesem Grund wurden Projekte ins Leben gerufen, die theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten gleichermaßen schulen.

Gemeinsam mit anderen Fachkollegen hat Böttiger die Initiative „Zehn Thesen für 10.000 Leben“ initiiert. Sie richtet sich an Laien und Experten sowie an politische Entscheidungsträger. Ziel ist es, in der Bevölkerung die Akzeptanz von Eigeninitiative bei Wiederbelebungsmaßnahmen zu erhöhen und die Sensibilität für gegenseitige Hilfe zu stärken. Damit soll bereits im Schulunterricht begonnen werden. Für dieses Anliegen hat Böttiger auch bei der EU geworben. Darüber hinaus fordert er eine flächendeckende telefonische Anleitung zur Wiederbelebung durch Notrufzentralen. In diesem Zusammenhang war er an der Erarbeitung von Anleitungen für das Personal in diesen Einrichtungen beteiligt.

Werdegang

  • seit 2007 Professor für Anästhesiologie und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln
  • 2004-2007 Zweitstudium Gesundheitsmanagement an der Universität Heidelberg
  • 2004 Außerplanmäßige Professur für Anästhesiologie an der Universität Heidelberg
  • 1999 Forschungsaufenthalt bei der Ischemia Research & Education Foundation in San Francisco, USA
  • 1998-2001 Visiting Professor an den Universitäten Stanford, Duke,     Chicago und Pittsburgh, USA
  • 1997 Habilitation an der Universität Heidelberg
  • 1996 Forschungsaufenthalt bei der Ischemia Research & Education Foundation in San Francisco, USA
  • 1995-1996 Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln
  • 1994 Europäisches Examen an der European Academy of Anaesthesiology (D.E.A.A.)
  • 1992 Anerkennung als Facharzt für Anästhesiologie
  • 1990-1992 Weiterbildung zum Facharzt an der Klinik für Anästhesiologie der Universität Heidelberg
  • 1986-1990 Weiterbildung zum Facharzt an der Klinik für Anästhesie des Enzkreisklinikums, Baden-Württemberg
  • 1979-1986 Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg

Funktionen

(Auswahl)

  • seit 2013 Director Science and Research des European Resuscitation Council (ERC)
  • seit 2012 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC - German Resuscitation Council)
  • seit 2009 Mitglied im engeren Präsidium und Sprecher des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
  • 2008-2012 Präsident des European Resuscitation Council (ERC)
  • 2002-2009 Vorsitzender des Komitees „Emergency Medicine“ der European Society of Anaesthesiology (ESA)

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

(Auswahl)

  • seit 2014 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2014 Rudolf Frey-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
  • 2011 Ehrenmitglied im Polish Resuscitation Council (PRC)
  • 2010 Fellow of the European Society of Cardiology (F.E.S.C.)
  • 2010 Fellow of the European Resuscitation Council (F.E.R.C.)
  • 2001 Karl Thomas-Preis der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
  • 2001 Research Award der American Society of Neurosurgical Anesthesia and Critical Care Medicine
  • 2000 E.-K. Frey-Preis der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • 1992 Preis der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und der Österreichischen Gesellschaft für Internistische und Allgemeine Intensivmedizin (ÖGIAIM)

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