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Westbalkan-Prozess – 4. Gemeinsame Wissenschaftskonferenz

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Konferenz der nationalen Stakeholder der Bildungs- und Wissenschaftssysteme im Rahmen des Westbalkan-Prozesses

Datum: Mittwoch, 30. Mai bis Freitag, 1. Juni 2018
Uhrzeit: 17:00 bis 14:00
Ort: Accademia Nazionale dei Lincei – Palazzo Corsini, Via della Lungara 10, 00165 Rom, Italien

Konvergenz, Kohäsion und Kooperation in Südosteuropa sind vielschichtige Prozesse, die gemeinschaftliches Handeln von Bildung, Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft erfordern. Der Weg ist das Ziel: die europäische Integration des westlichen Balkans und die Stärkung der Region Südosteuropa.

Die 4. Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Berliner Prozesses wurden gemeinsam von der Leopoldina, der italienischen Nationalakademie Accademia Nazionale dei Lincei und dem Italienischen Nationalen Forschungsrat (Consiglio Nazionale delle Ricerche) ausgerichtet. Dabei wurden sie freundlicherweise von der Deutschen Botschaft Rom und dem Auswärtigen Amt sowie von der Britischen Botschaft Rom und dem Britischen Amt des Auswärtigen und des Commonwealth unterstützt. In diesem Jahr steht der Berliner Prozess unter der Präsidentschaft des Vereinigten Königreichs. Darüber hinaus ist Polen ist dem Prozess beigetreten.

Die Konferenz brachte rund 80 Spitzenvertreter von Nationalakademien, Rektorenkonferenzen, Forschungsorganisationen und Transfer- und Innovationseinrichtungen sowie herausragende Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager aus den 14 Ländern des Berliner Prozesses zusammen. Das Programm beinhaltete ein Keynote von Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, und ein Briefing der in Rom ansässigen Botschaften der beteiligten Länder.

Die Konferenz bereitete formelle Empfehlungen für das Westbalkan-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs am 10. Juli 2018 in London vor. Sie wurden in einer Gemeinsamen Erklärung mit dem Titel „Der Weg ist das Ziel: Konvergenz, Kohäsion und Kooperation in Südosteuropa“ zusammengefasst. Die Schlussakten des Londoner Gipfeltreffens begrüßten die Empfehlungen und erkannten ihre Bedeutung an.

Die Konferenz beschäftigte sich mit drei Themen:

1. Intelligentes Wachstum
Die Teilnehmer erarbeiteten Empfehlungen für die Generierung eines intelligenten Wachstums in Südosteuropa, begleitet von Maßnahmenvorschlägen, die in einem „Westbalkan-Aktionsplans für Intelligentes Wachstum“ zusammengefasst wurden (als Anhang zur Gemeinsamen Stellungnahme). „Intelligentes Wachstum“ bedeutet wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlicher Wohlstand, die sich auf Bildung, Forschung und Innovation stützten. Dabei beinhaltet es Elemente, wie die Schaffung von Innovationsökosystemen, die Förderung von Wissens- und Technologietransfer oder die Reduzierung von Qualifizierungslücken gemäß den Anforderungsprofilen nationaler Volkswirtschaften. Die Gemeinsame Erklärung betont die strategische Bedeutung des Ansatzes „Intelligente Spezialisierung“ (S3)  der Europäischen Kommission als mögliche Dachmarke für alle Aktivitäten zum intelligenten Wachstum.

2. Konvergenz und Kohäsion
Die Konferenz formulierte auch Empfehlungen zur Beschleunigung der Konvergenz zwischen den südosteuropäischen Ländern und der EU. Konvergenz wird als facettenreicher Prozess der Harmonisierung und des „Aufholens“ zwischen den Beitrittskandidaten und der EU, bzw. innerhalb der EU betrachtet. Die Teilnehmer teilten eine umfassende Sicht auf Konvergenz, indem sie Konvergenz nicht aus wirtschaftlicher Perspektive betrachteten, sondern auch als Gesellschafts-, Wohlstands-, institutionelle und Wissenschaftskonvergenz. Zudem diskutierte die Konferenz die Notwendigkeit von Kohäsionsinstrumenten auf der Basis des Solidaritätsprinzips als europäischer Grundwert und politisches Kerninstrument. Dies bezieht sich auf die Stärkung von klassischen Dimensionen der Kohäsion – wirtschaftliche, soziale und territoriale Kohäsion –, aber auch auf die Kohäsion im Wissenschaftsbereich in der EU und den Erweiterungsländern. Die Gemeinsame Erklärung beinhaltet grundsätzliche Überlegungen zur Gestaltung der Konvergenz in unterschiedlichen Sektoren. Sie plädiert entschieden für die Notwendigkeit einer Europäischen Kohäsionspolitik in der Wissenschaft sowie für konsistente und graduale Konvergenzmaßnahmen in den übrigen Politikbereichen, bzw. Reformagenden.

3. Kooperation
Wohlstand, Stabilität und eine wissensbasierte Dynamik in Südosteuropa sind ohne ein gutes Verhältnis zwischen ehemals verfeindeten Konfliktparteien und ohne gutnachbarschaftliche zwischenstaatliche Beziehungen gefährdet. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zwecks Gestaltung einer besseren europäischen Zukunft ist ein langwieriger Prozess, der Ausdauer und Teilhabe verlangt. Die Teilnehmer diskutierten Wege zur Etablierung nachhaltiger und institutionalisierter Mechanismen für die zwischengesellschaftliche Wiederannäherung und Aussöhnung. Die Gemeinsame Erklärung umreißt Leitlinien für den Prozess der Wiederannäherung und Aussöhnung basierend auf Bildung, Wissenschaft und die junge Generation. Diese sollen während der 5. Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Berliner Prozesses behandelt werden. Die Konferenz findet voraussichtlich im Juni 2019, an der Royal Society in London statt.

Gemeinsame Erklärung

Gemeinsame Erklärung (Joint Statement)

Sprachversionen sind in Vorbereitung.

Westbalkan-Gipfeltreffen in London

Kontakt

Lucian Brujan
Sprecher der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Westbalkan-Prozesses
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Tel.: 0345 47 239 836
Fax: 0345 47 239 839
E-Mail: Lucian.Brujan@leopoldina.org

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