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Prof. Dr.

Johannes Buchner

Wahljahr: 2006
Sektion: Biochemie und Biophysik
Stadt: Garching
Land: Deutschland
CV Johannes Buchner - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Hitzeschockproteine, Proteinfaltung, Proteininteraktionen, Chaperone

Johannes Buchner erforscht Proteinfaltungsprozesse in vitro und auf zellulärer Ebene. Proteine als Ketten von Aminosäuren können ihre korrekte Funktion meist erst dann erfüllen, wenn sie sich zu komplexen, dreidimensionalen Strukturen ausgerichtet bzw. gefaltet haben. Diese Proteinfaltung läuft teilweise fehlerhaft ab. Um solche Fehler zu vermeiden, bedient sich die Zelle einer hochkonservierten, komplexen Maschinerie aus Hilfsproteinen, den sogenannten molekularen Chaperonen.

Die meisten Chaperone gehören zur Klasse der Hitzeschockproteine oder Stressproteine und werden bei ungünstigen Umweltbedingungen, wie extremer Hitze, gebildet. Chaperone interagieren mit Proteinen, die anfällig für Fehlfaltungen oder Aggregation sind. Sie unterstützen deren korrekte Faltung und Assoziation, ohne selbst Teil der Struktur zu werden. Nach welchen Prinzipien diese komplexe Maschinerie funktioniert, ist noch in wichtigen Punkten ungeklärt.

Ein Beispiel ist die Klasse der kleinen Hitzeschockproteine. Dazu gehört das Augenlinsenprotein αB-Crystallin. Dieses Protein sorgt dafür, dass das dichte Proteingemisch, das in der Linse in gelöster Form vorliegt, klar und lichtdurchlässig bleibt. Versagt der Mechanismus des Schutzproteins, trübt sich die Linse und es kommt zum grauen Star. Johannes Buchner konnte jüngst entschlüsseln, wie dieses Schutzprotein aktiviert wird und dafür sorgt, dass Kataraktbildung verhindert wird.

Das Verständnis der Proteinfaltungsprozesse auf zellulärer Ebene liefert neben dem Einblick in die Ursachen von Faltungskrankheiten auch wichtige Erkenntnisse für biotechnologische Produktionsprozesse, wie z.B. der Herstellung von Antikörpern.

Werdegang

  • seit 1998 Professor für Biotechnologie an der Technischen Universität München
  • 1995 Habilitation
  • 1992-1995 Unabhängiger Arbeitsgruppenleiter, Universität Regensburg
  • 1991-1992 Postdoc, National Institutes of Health (NIH), National Cancer Institute, Bethesda, USA
  • 1988-1991 Dissertation, Universität Regensburg
  • 1987 Diplom in Biologie, Universität Regensburg

Projekte

  • seit 2012 SFB 1035 „Kontrolle von Proteinfunktion durch konformationelles Schalten“ (Sprecher)
  • seit 2010 SFB 863 „Kräfte in biomolekularen Systemen“
  • seit 2006 Exzellenzcluster CIPSM

Funktionen

  • seit 2013 Editor bei Journal of Molecular Biology
  • 2006-2010 Mitglied des „Editoral Boards“ des Fachmagazins ChemBioChem
  • seit 2006 Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG
  • 2003-2006 Dekan des Departments für Chemie der Technischen Universität München
  • Mitglied des Beirats der Deutschen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM)
  • Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Center for Integrated Protein Science Munich“ (CIPSM)

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2017 Max-Bergmann-Medaille des Max-Bergmann-Kreises e.V.
  • 2016 Albrecht-Kossel-Preis der GDCh
  • 2015 Heinz Maier-Leibnitz-Medaille der Technischen Universität München
  • 2015 Schleiden-Medaille der Leopoldina
  • 2015-2016 Präsident der GBM
  • seit 2013 Mitglied der European Molecular Biology Organisation (EMBO)
  • 2011 Hans-Neurath-Preis der Protein Society, USA
  • seit 2010 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  • seit 2006 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 1995 Habilitationspreis der Universität Regensburg
  • 1995 Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • 1991 Kulturpreis Ostbayern für die beste Doktorarbeit

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