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Prof. Dr.

Thomas Tuschl

Wahljahr: 2009
Sektion: Humangenetik und Molekulare Medizin
Stadt: New York
Land: USA
CV Thomas Tuschl - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: funktionelle Genomanalyse, RNA-Interferenz (RNAi), Ausschalten von Genen, „short interfering RNA“ (siRNA), MiKro-RNA (miRNA), Gene stummschalten („silencing“), Erbkrankheiten

Der Molekularbiologe Thomas Tuschl erforscht das menschliche Genom. Er hat die Methode der RNA-Interferenz für menschliche Zellen entwickelt. Die Methode ist ein ideales Werkzeug für die funktionelle Genomanalyse und ermöglichte neue Therapien bei Erbkrankheiten.

Seit der Entdeckung des Genoms sind Wissenschaftler bemüht, einzelne Gene auszuschalten, um deren Funktion besser zu verstehen. Thomas Tuschl ist dies mit dem Verfahren der RNA-Interferenz (RNAi) gelungen. Das Phänomen war zuvor von Würmern und Fliegen bekannt. Wurden den Tieren doppelsträngige RNA-Moleküle injiziert, konnten die Wissenschaftler Gene stilllegen. Tuschl entdeckte, dass die RNA (Ribonukleinsäure) erst in kurze Stücke zerlegt wird, sogenannte „short interfering RNA“ (siRNA), und diese das Gen lahmlegen.

Mithilfe dieser siRNAs konnte Thomas Tuschl dann in Zellkulturen auch menschliche Gene abschalten. Er hat damit die RNA-Interferenz für die Genomforschung nutzbar gemacht. Weltweit untersuchen Forscher so die Funktion von Genen. Auf Basis der RNA-Interferenz können neue Medikamente entstehen. Klinisch erforscht werden beispielsweise Medikamente gegen eine erbliche Krankheit (Amyloidose), bei der winzige Eiweißfäden die Organe schädigen.

Thomas Tuschl untersucht weiterhin die regulatorischen Funktionen von RNA und ihrer Variante der Mikro-RNA (miRNA). Mikro-RNAs regulieren die Genexpression und können Gene stumm schalten („silencing“). Tuschl will die Zusammenhänge zwischen der Stummschaltung von Genen und Erbkrankheiten weiter aufklären. Mit seinem Team sucht er nach Mikro-RNAs, die mit Krankheiten zusammenhängen könnten. Je nachdem, welche Boten-RNA die miRNA beeinflusst, kann sie zum Beispiel die Tumorentstehung fördern oder hemmen. In jüngerer Zeit untersucht er auch die Funktionen mRNA-bindender Proteine und entwickelt Methoden zur Bestimmung deren Bindungsstellen.

Werdegang

  • seit 2003 Professor und Laborleiter an der Rockefeller University, New York, USA
  • 1999-2002 Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen
  • 1995-1999 Postdoctoral Fellow, MIT/Whitehead Institute, Cambridge, USA
  • 1995 Promotion am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen
  • 1992-1995 Doktorand am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen
  • 1992 Diplom in Chemie
  • Studium der Chemie an der Universität Regensburg und in Grenoble

 

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • NIH Director’s Transformative Research Project Award
  • seit 2009 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2008 Ernst Jung-Preis
  • 2007 Max-Delbrück-Medaille
  • 2007 Karl Heinz Beckurts-Preis
  • 2005 Ernst-Schering-Preis der Ernst Schering Stiftung, Berlin
  • 2005 Meyenburg-Preis der Wilhelm und Maria Meyenburg Stiftung Heidelberg
  • 2005 Dr. Albert Wander Gedenk-Preis, Bern, Schweiz
  • 2003 Mayor’s Award for Excellence in Science and Technology, New York, USA
  • 2003 Wiley Prize in Biomedical Sciences, The Wiley Foundation, USA
  • 2003 Newcomb Cleveland Prize, American Association for the Advancement of Science, USA
  • 2002 Eppendorf Young Investigator Award, Hamburg
  • 2002 Otto-Klung-Weberbank Preis für Chemie und Physik, Berlin
  • 2002 Stipendiat des „Fonds der chemischen Industrie“
  • 2001 Springer Young Investigator Award, Deutsch-Französische Gesellschaft für Zellbiologie
  • 2001 EMBO Young Investigator
  • 1999 BioFuture Preisträger
  • 1997-1998 Merck/MIT Postdoctoral Fellowship, Cambridge, MA
  • 1995-1997 Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

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