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Sir Joseph Banks

Wahljahr: 1789
Stadt: London
Land: Großbritannien
CV Sir Joseph Banks - Deutsch (PDF)

Forschung

Joseph Banks war ein britischer Naturforscher und Botaniker. Er begleitete den britischen Seefahrer und Entdecker James Cook auf seiner ersten Reise in den Südpazifik. Von dort brachte er neue Arten mit nach Europa. Später stand Banks 42 Jahre der Royal Society in London vor und ist damit bisher ihr am längsten im Amt befindlicher Präsident. Die Pflanzengattung Banksia wurde nach Joseph Banks benannt. Ebenso die in Neuseeland gelegene Halbinsel Banks Peninsula sowie die kanadische Insel Banks Island.

Werdegang

Joseph Banks besuchte ab 1756 das Eton College in der Grafschaft Berkshire. Im Dezember 1760 wechselte er auf das Christ Church College in Oxford. Im Jahr 1764 erbte er von seinem Vater ein erhebliches Vermögen und wurde so zu einem der vermögendsten Männer Großbritanniens.

1766 reiste er an Bord der HMS Niger für sieben Monate nach Neufundland und Labrador. Dort führte er naturwissenschaftliche Studien durch und beschrieb die dortige Tier- und Pflanzenwelt. Die von ihm im Rahmen dieser Reise zusammengetragenen Pflanzen bildeten den Grundstock für ein Herbarium, das er sich anlegte.

Im Anschluss wurde Banks als Teilnehmer für die Südpazifik-Expedition des britischen Seefahrers und Entdeckers James Cook ausgewählt. Zuvor hatte er bereits 10.000 Pfund aus seinem Privatvermögen für die Realisierung dieses teuren Vorhabens beigesteuert. Die Expedition führte zwischen 1768 und 1771 unter anderem über Brasilien, Tahiti nach Neuseeland und an die Ostküste Australiens. Ziel war es, unbe-kanntes Land zu entdecken. Banks brachte von dieser Expedition eine Unmenge an Proben nach Europa mit, darunter Belege für 1300 neue Arten und 110 neue Gattungen. Die britische Öffentlichkeit bewerte-te Banks Beitrag zum Gelingen der Reise höher als den von Cook, so dass Banks dafür nach seiner Rück-kehr große Anerkennung erhielt.

In den folgenden Jahren führten Banks weitere Forschungsreisen nach Tahiti, Neuseeland, Australien und Brasilien und Island. Ab 1772 kümmerte er sich außerdem um die im Südwesten Londons gelegenen Royal Botanical Gardens in Kew, deren inoffizielle Leitung er übernahm. Unter seiner Führung wuchs die Anlage beständig. Außerdem wurde sie zu einer wichtigen botanischen Forschungsstation. Banks Verdienst war es, auch den wirtschaftlichen Wert vieler Pflanzen erkannt zu haben, die der Forschungsstation aus aller Welt zugesandt wurden.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

1778 wurde Banks zum Präsidenten der Royal Society gewählt. Er behielt diese Position insgesamt 42 Jahre inne. In diesem Amt verhalf er auch vielen Botanikern zu Auslandsaufenthalten, die dabei neue Pflanzen finden sollten. Außerdem beförderte er Kontakte zu ausländischen Wissenschaftlern. Er selbst hielt Kontakt zum deutschen Naturforscher Georg Forster. 1790 traf er den jungen Alexander von Humboldt. Beide waren an einem wissenschaftlichen Netzwerk interessiert.

Darüber hinaus beförderte Banks auch die Bounty-Expedition unter Leitung des britischen Seeoffiziers William Blight, die den Import von Brotfruchtbäumen aus Tahiti zum Ziel hatte. Ihre Geschichte und ihr Scheitern mündeten später in das Buch „Mutiny on the Bounty" von Charles Bernard Nordhoff und James N. Hall, das später auch verfilmt wurde.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Banks zahlreiche Auszeichnungen. 1781 wurde er geadelt und erhielt den Titel Baronet. Darüber hinaus wurde er 1795 zum Knight Commander of the Order of the Bath geschlagen.

Viele wissenschaftliche Akademien machten ihn zu ihrem Mitglied, so die Royal Society London (1766). Außerdem war er auswärtiges Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften (1779), Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1785), Mitglied der American Academy of Arts and Sciences (1788) sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1789). 1806 wurde er zudem auswärtiges Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, die ihn 1812 zum Ehrenmitglied ernannte.

Zur Person

Joseph Banks kam am 13. Februar 1743 in London als erstes Kind von William Banks und seiner Frau Sarah, geborene Bate, zur Welt. Seine Schwester Sarah Sophia wurde 1744 geboren. Die Eltern waren sehr vermögend. Joseph Banks wurde anfangs zu Hause unterrichtet, später besuchte er die Harrow School im Nordwesten Londons. Bereits als Schüler entdeckte er seine Vorliebe für Botanik.

Im März 1779 heiratete er die 16 Jahre jüngere Dorothea Hugessen. Das Paar blieb kinderlos und lebte in einem von Banks gekauften Haus in London gemeinsam mit seiner unverheirateten Schwester Sophia. Darin hatte Banks sich nicht nur eine enorme Bibliothek, sondern auch ein großes Herbarium eingerichtet.

Kurz nach der Wende zum 19. Jahrhundert verschlechterte sich Banks Gesundheitszustand. Vor allem in den Wintermonaten litt er unter Gicht, die dazu führte, dass er zum Teil auf einen Rollstuhl angewiesen war. Joseph Banks starb am 19. Juni 1820 in London.
Sein Portrait befand sich ab 1967 auf der australischen Fünf-Dollar-Note. Darüber hinaus wurde er 1986 von der Australischen Post mit einer Briefmarke geehrt.

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