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Prof. Dr.

Erika Fischer-Lichte

Wahljahr: 2011
Sektion: Kulturwissenschaften
Stadt: Berlin
Land: Deutschland
CV Erika Fischer-Lichte - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Ästhetik und Kunsttheorie, Theorie und Geschichte des Theaters, Ästhetik des Gegenwartstheaters, Verflechtungen von Theaterkulturen

Erika Fischer-Lichte ist eine deutsche Theaterwissenschaftlerin. Sie beschäftigt sich mit neuen Perspektiven der Kunstwissenschaften. Sie arbeitet an der Entwicklung neuer ästhetischer Kategorien, um zeitgenössischen Kunstphänomenen, wie zum Beispiel der zunehmenden Aufhebung der Grenzen zwischen den Künsten sowie derjenigen zwischen Kunst und Leben, zu begegnen.

Verflechtungen von Theaterkulturen: Im Zentrum des Interesses stehen Entwicklungen im Theater und anderen Aufführungsformen seit Beginn des 20. Jahrhunderts, die im Gefolge von Modernisierungs- und Globalisierungsprozessen entstanden. Gefragt wird nach Veränderungen, die durch unterschiedliche Arten von Verflechtungen mit anderen Theaterkulturen eingetreten sind. Was geschieht in Aufführungen, wenn in ihnen zum Beispiel Schauspieler, Tänzer oder Sänger agieren, die verschiedenen Kulturen entstammen und ganz unterschiedliche Arten von Training durchlaufen haben, wie in Peter Brooks oder Sasha Waltz’ Ensembles, oder Elemente aus anderen Theaterkulturen Verwendung finden (wie der japanische „Blumensteg“ in Europa oder eine griechische Tragödie in China)? Was für Beziehungen, Interaktionen, Verhandlungen laufen zwischen Akteuren und Zuschauern ab, wenn eine lokale Inszenierung in verschiedenen Kulturen als Gastspiel gezeigt wird? Dabei geht es zum einen auch um die Herausbildung neuer Aufführungsästhetiken, zum anderen jedoch um die Frage, inwiefern Theater mit Blick auf derartige Verflechtungen als Modell für gesamtgesellschaftliche Entwicklungen in Migrationsgesellschaften begriffen und entsprechend untersucht werden kann.

InterArt-Phänomene: Hier werden neue Ästhetiken untersucht, die durch Überschreitung der Grenzen zwischen den verschiedenen Kunstformen oder auch zwischen Kunst und anderen Lebensbereichen entstehen, sowie ihre sozialen und politischen Implikationen. Dabei werden u.a. sowohl die Veränderungen der Wahrnehmung untersucht, die z.B. durch Installation und Einsatz von Video in Theateraufführungen, die Arbeit mit nicht-professionellen Darstellern, sogenannten Experten der Wirklichkeit (Rimini-Protokoll), oder die Aufführung in Bahnhofshallen und anderen öffentlichen Plätzen entstehen, als auch der Aufführungscharakter von Arbeiten bildender Künstler wie Joseph Beuys oder Tino Sehgal. Gefragt wird nach den Auswirkungen derartiger Grenzüberschreitungen und Ausweitungen sowohl für die Entwicklung der Künste als auch für die Relevanz von Kunst innerhalb unserer Gesellschaft.

Werdegang

  • seit 2011 Seniorprofessorin an der Freien Universität Berlin
  • 1996-2011 Professorin für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin
  • 1990-1996 Professorin für Theaterwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • 1986-1990 Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth
  • 1973-1986 Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • 1963-1972 Studium der Theaterwissenschaft, Slawistik, Germanistik, Philosophie, Psychologie und Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin und an der Universität Hamburg, Rigorosum in Slawistik und Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin, Studienrätin z.A. in Hamburg

Funktionen

  • 2013-2017 Mitglied des Stiftungsausschusses Universität der Stiftung Universität Göttingen sowie des Stiftungsrates der Universität Göttingen
  • seit 2011 Mitglied des Vorstands der Einstein Stiftung Berlin
  • seit 2011 Mitglied der Internationalen Expertenkommission des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst für das Elitenetzwerk Bayern
  • 2008-2020 Direktorin des Internationalen Käte-Hamburger-Forschungskollegs „Verflechtungen von Theaterkulturen“
  • 2008-2013 Panel Chair des SH5 “Cultures and Cultural Production“ des Europäischen Wissenschaftrates ERC
  • 2006-2015 Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „InterArt“ an der Freien Universität (FU) Berlin
  • 2006-2009 Sprecherin des BMBF-Forschungsverbunds „Theater und Fest in Europa“ an der FU Berlin
  • seit 2006 Mitglied des Hochschulrats der Universität Hamburg
  • 2006-2017 Vorsitzende des Kuratoriums der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 2003-2007 Mitglied des Landeshochschulrats Brandenburg
  • 1999-2010 Sprecherin des DFG-Sonderforschungsbereichs 447 „Kulturen des Performativen“
  • 1999-2005 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Institute for Advanced Studies Budapest, Ungarn
  • 1999-2005 Mitglied des Wissenschaftsrats
  • 1998-2003 Mitglied des DFG-Auswahlausschusses zur Verleihung des Leibniz-Preises
  • 1997-2006 Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Körper-Inszenierungen“ an der FU Berlin
  • 1996-2002 Sprecherin des DFG-Schwerpunktprogramms „Theatralität – Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“
  • 1995-1999 Präsidentin der International Federation for Theatre Research
  • 1994-1999 Deutsches Mitglied im Standing Committee for the Humanities der European Science Foundation
  • 1993-1998 Mitglied des Senats und des Hauptausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • 1992-1996 Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Theater als Paradigma der Moderne: Drama und Theater im 20. Jahrhundert (ab 1880)“ an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • 1991-1996 Präsidentin der Gesellschaft für Theaterwissenschaft im deutschsprachigen Raum
  • 1989-1991 Sprecherin der DFG-Forschergruppe „Weltbildwandel“ an der Universität Bayreuth

Projekte

  • seit 2007 DFG-Graduiertenschule GSC 256 “Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies“
  • 2007-2009 Verbundprojekt “Poetics and Politics of the Future", in Kooperation mit der University of Tel Aviv, Israel, gefördert durch die German-Israeli-Foundation for Scientific Research and Development (GIF)
  • 2006-2015 Internationales DFG-Graduiertenkolleg „InterArt Studies“
  • 2006-2010 DFG-Projekt „Das Imaginäre in künstlerischen Performanzen: A) Der Prozess der Inszenierung B) Verkörperungen des Imaginären in künstlerischen Aufführungen“
  • 2006-2009 BMBF-Forschungsverbund „Theater und Fest in Europa. Inszenierung von Gemeinschaft und Identität“
  • 2005-2008 DFG-Projekt „Transformationen des griechischen Theaters", Teilprojekt im SFB 644 „Transformationen der Antike“
  • 2003-2015 DFG-Projekt „Ästhetische Erfahrung als Schwellenerfahrung", Teilprojekt im SFB 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“
  • 2002-2004 DFG-Projekt „Ästhetik des Performativen“
  • 1999-2010 DFG-Sonderforschungsbereich 447 „Kulturen des Performativen“
  • 1998-1991 Projekt „Prozesse kultureller Transformation im anglophonen Theater Nigerias“, Teilprojekt im SFB 214 „Identität in Afrika“
  • 1997-2006 DFG-Graduiertenkolleg 406 „Körper-Inszenierungen“
  • 1996-2002 DFG-Projekt „Theatralität und die Krisen der Repräsentation“, Teilprojekt zu SPP 1000 „Theatralität – Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“
  • 1990-1994 DFG-Projekt „Die Inszenierung des Fremden als kulturelle Transformation. Eine vergleichende Untersuchung zur produktiven Rezeption des fernöstlichen Theaters durch das Theater der europäischen Avantgarde (England, Deutschland, Frankreich, Russland)“
  • 1989-1992 VolkswagenStiftung-Projekt „Interkulturelle Tendenzen im Gegenwartstheater Chinas“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2016 Erwin Piscator-Preis für das Lebenswerk, verliehen durch die Erwin Piscator Award Society New York
  • seit 2011 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2011 Berliner Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Wissenschaftsjahr 2010
  • 2011 Theaterpreis „Der Faust“ des Deutschen Bühnenvereins (Bundesverband der Theater und Orchester), Kategorie Preis des Präsidenten
  • 2006 Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen, Dänemark
  • seit 2005 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • seit 1998 Korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften
  • seit 1994 Mitglied der Academia Europaea

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