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Prof. Dr.

Reinhard Wilhelm

Wahljahr: 2013
Sektion: Informationswissenschaften
Stadt: Saarbrücken
Land: Deutschland
CV Reinhard Wilhelm - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Programmiersprachen, Übersetzerbau, statische Programmanalyse, eingebettete Systeme, Echtzeitanalysen, Animation und Visualisierung von Algorithmen und Datenstrukturen

Reinhard Wilhelm ist Informatiker. Seine Forschungsschwerpunkte sind Programmiersprachen, Übersetzerbau, statische Programmanalyse, eingebettete Systeme, Echtzeitanalysen und die Visualisierung von Algorithmen und Datenstrukturen. Er hat Übersetzergeneratoren mitentwickelt und Softwarewerkzeuge zum Nachweis von Echtzeitanalysen entwickelt.

Reinhard Wilhelm hat eingebettete Systeme und Echtzeitanalysen erforscht. Eingebettete Computersysteme spielen in der Industrie und in vielen Bereichen des modernen Lebens eine wesentliche Rolle: in Flugzeugen, im Straßen- und Schienenverkehr oder in der Medizintechnik. Die Software von eingebetteten Systemen ist oft von zentraler Bedeutung für sicherheitsrelevante Systemfunktionen, wie zum Beispiel auch bei der Überwachung und Steuerung von Atomkraftwerken. Dafür sind solche Softwaresysteme zur Echtzeitanalyse fähig. Echtzeitanalysen haben nur eine begrenzte Zeit, um auf Signale zu reagieren. Sie müssen Rechenergebnisse innerhalb vorgegebener, oft sehr kurzer Fristen liefern. Beim Airbag-Controller im Auto sind dies Millisekunden. Gibt es Reaktionsfristen, müssen Software-Entwickler nachweisen können, dass ihr entwickeltes System diese einhält. Techniken wie Testen und Simulation reichen in Echtzeitsystemen nicht aus, da Randfälle übersehen werden können. Reinhard Wilhelm hat Softwarewerkzeuge entwickelt, die Fehler ausschließen und zuverlässig Laufzeitschranken bestimmen. Auf der Basis beweisbar korrekter Methoden (formale Verifikation) kann vorhergesagt werden, wann ein Computer in einem eingebetteten System seine Aufgabe spätestens ausgeführt hat.

In weiteren Arbeiten hat Reinhard Wilhelm Übersetzergeneratoren mitentwickelt (MUG1, MUG2, OPTRAN). Ein Übersetzer ist ein Programm, das Programmiersprachen transformiert. Es übersetzt den Quellcode einer höheren Programmiersprache in eine Zielsprache, die von einem Computer direkt ausgeführt werden kann. Für die Übersetzung werden meist mit einer speziellen Programmiersprache sogenannte virtuelle Maschinen in die Computersoftware programmiert. Außerdem beschäftigte er sich mit kleinen Programmen in 3D-Grafikprozessoren (Shader). Diese ermöglichen fast unbegrenzte Echtzeit-Effekte, wie zum Beispiel wehende Fahnen oder realistisch reflektierende Oberflächen. In Forschungsprojekten kombinierte er Computergrafik und Übersetzerbau.

Werdegang

  • 2008 und 2009 Gastwissenschaftler am Verimag, Grenoble, Frankreich
  • 1990-2014 Wissenschaftlicher Direktor, Leibniz Centre for Computer Science, Schloss Dagstuhl
  • 1978-2014 Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken
  • 1999 und 2008 Gastwissenschaftler an der École Normale Supérieure, Paris
  • 1998 Ausgründung der Firma AbsInt Angewandte Informatik, Hersteller von Werkzeugen zur Softwarequalitätssicherung
  • 1989 Gastwissenschaftler am International Computer Science Institute, Berkeley, USA
  • 1986 Gastwissenschaftler Hebrew University und IBM Israel Scientific Centre, Israel
  • 1983 Gastwissenschaftler an der University of California, Berkeley, USA
  • 1977 Promotion an der Technischen Universität (TU) München
  • Studium der Mathematik, Physik und mathematischen Logik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Studium der Informatik an der TU München und der Stanford University

 

Funktionen

  • Mitglied im Vorstand der Association for Computing Machinery - Special Interest Group on Embedded Systems (ACM SIGBED)
  • Mitglied im Programmkomitee von 40 internationalen Konferenzen und Workshops
  • Mitgründer des European Symposium on Programming (ESOP)
  • Associate Editor of Communications of the ACM

Projekte

  • 2008-2011 ICT-Projekt “Reconciling Predictability with Performance” (PREDATOR)
  • seit 2007 Beteiligt an der DFG-Graduiertenschule GSC 209 „Saarbrücker Graduiertenschule für Informatik“
  • 2006-2009 DFG-Projekt „Generische invarianten-basierte Visualisierung für die Algorithmen-erklärung“
  • seit 2004 DFG-Projekt „Zeitanalyse, Scheduling und Verteilung von Echtzeittasks“, Teilprojekt zu Transregio TRR 14 „AVACS - Automatische Verifikation und Analyse komplexer Systeme“
  • 2002-2007 DFG-Projekt „Hochoptimierende, retargierbare Compiler für 3D-Graphikprozessoren mit programmierbaren Vertex- und Pixel-Shadern“
  • 2002-2005 DFG-Graduiertenkolleg GRK 776 „Automatische Konfigurierung in offenen Systemen“
  • 2000-2002 IST-Projekt “Validation of critical software by static analysis and abstract testing” (DAEDALUS)
  • 2000-2009 DFG- Graduiertenkolleg GRK 623 „Leistungsgarantien für Rechnersysteme“
  • 1999-2001 DFG-Projekt „Laufzeitgarantien für moderne Architekturen durch abstrakte Interpretation“, Teilprojekt zu TFB14 „Laufzeitgarantien für moderne Architekturen durch abstrakte Interpretationen“
  • 1999-2001 Sprecher des DFG-Projekt TFB 14 „Laufzeitgarantien für moderne Architekturen durch abstrakte Interpretationen“
  • 1999-2000 Projekt “Java and CoSy for Embedded Systems” (JOSES) des European Strategic Program on Research in Information Technology (Esprit)
  • 1998-2002 DFG-Projekt „Generierung interaktiver, multimedialer Visualisierungen und Animationen für Lernsoftware im Bereich des Übersetzerbaus“
  • 1990-1995 Esprit-Projekt “Compiler generation for Parallel machines ” (COMPARE)
  • 1985-1990 Esprit-Projekt “Program development by Specification and Transformation” (PROSPECTRA)

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2013 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2010 Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
  • 2010 Distinguished Service Award der Association for Computing Machinery (ACM)
  • 2009 Konrad-Zuse Medaille der Gesellschaft für Informatik
  • 2008 Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen und der Universität Tartu
  • 2007 Prix Gay-Lussac Humboldt
  • 2006 Alwin Walther-Medaille, Technische Universität Darmstadt und Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung
  • 2004 European Information Society Technologies Prize
  • seit 2000 Fellow der Association for Computing Machinery

 

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