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Prof. Dr.

Rudolf Stichweh

Wahljahr: 2017
Sektion: Kulturwissenschaften
Stadt: Bonn
Land: Deutschland
CV Rudolf Stichweh - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Systemtheorie, Differenzierungsprozesse der Gesellschaft, Wissenssysteme, Entwicklung der Universitäten, Theorie der Inklusion und Exklusion in Gesellschaft und Sozialsystemen

Rudolf Stichweh ist Soziologe. Seine Forschungsschwerpunkte sind soziologische Theorie und Systemtheorie. Er fragt, wie sich die Gesellschaft ausdifferenziert hat und wie Wissenssysteme bestimmte Bereiche unserer Gesellschaft prägen. Außerdem beschäftigt er sich mit der Entstehung und Entwicklung sozialer Ungleichheit.

Rudolf Stichweh forscht zu Theorien der Gesellschaft und untersucht Differenzierungsprozesse der modernen Gesellschaft. Er beschreibt Teilsysteme der Gesellschaft und ihre Funktion für die Gesamtgesellschaft. So analysiert er zum Beispiel das Geflecht von Institutionen, aus denen die Wissenschaft, die Universitäten und die Professionen der Moderne entstanden sind. Im Laufe der Geschichte haben sich Weltgesellschaft und Wissenssysteme immer stärker ausdifferenziert. Bereiche wie Wissenschaft, Erziehung, Recht, Medizin und Religion haben inzwischen eigene, explizite Wissenssysteme, die die Gesellschaft prägen. Rudolf Stichweh untersucht die Entstehung dieser Systeme und die Rolle der Universitäten als Schlüsselinstitutionen für die Reproduktion von Wissen.

In weiteren Arbeiten beschäftigt sich Rudolf Stichweh mit der Theorie der Inklusion und Exklusion in Gesellschaft und Sozialsystemen. Er untersucht die unterschiedlichen Rollen von Menschen in der modernen Gesellschaft. Wann und wie sind zum Beispiel Personen in die globalisierten Funktionssysteme einbezogen und wann werden sie ausgeschlossen? Vor diesem Hintergrund fragt Rudolf Stichweh auch, wie soziale Ungleichheiten entstehen. Diese Fragen verknüpft er mit Überlegungen zum Fremden und zu Migration und zur Theorie der Weltgesellschaft.

Werdegang

  • seit 2012 Dahrendorf-Professor für Theorie der modernen Gesellschaft und Direktor des Forum Internationale Wissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • seit 2012 Ständiger Gastprofessor an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern, Schweiz
  • 2011 Visiting Professor am Department of German, Princeton University, Princeton, USA
  • 2011 Alexander von Humboldt Lecturer am Department of Human Geography, Radboud-University Nijmegen, Niederlande
  • 2007, 2009 Gastprofessor an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt in Wien, Österreich
  • 2006-2010 Rektor der Universität Luzern, Schweiz
  • 2003-2012 Professor für Soziologische Theorie und Allgemeine Soziologie an der Universität Luzern, Schweiz
  • 2002-2003 Geschäftsführender Vorstand der International Graduate School in Sociology, Universität Bielefeld
  • 2001-2002 Gastprofessor am Institut für Soziologie der Universität Wien, Österreich
  • 2000 Professeur invité an der École des hautes études en sciences sociales, Paris, Frankreich
  • 1994-2003 Professor (C4) für Soziologische Theorie und Allgemeine Soziologie an der Universität Bielefeld
  • 1993 Ruf auf einen Lehrstuhl (C4) für Vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt an der Oder (abgelehnt), Vertretung dieses Lehrstuhls 1993/94
  • 1991 Vertretung eines Lehrstuhls für Soziologie an der Universität Mannheim
  • 1990 Habilitation an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld
  • 1989-1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main
  • 1987 Forschungsstipendiat am Maison des Sciences de l'Homme, Paris, Frankreich
  • 1985-1989 Forschungsstipendiat am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
  • 1984-1986 Forschungsstipendiat der Fritz Thyssen-Stiftung, Köln
  • 1983 Promotion zum Dr. rer. soc. an der Universität Bielefeld
  • 1973-1977 Studium der Soziologie und Philosophie an der Universität Bielefeld; Diplom in Soziologie
  • 1972-1973 Studium der Soziologie und Philosophie an der Freien Universität (FU) Berlin

Funktionen

  • 2002-2003 Sprecher des Graduiertenkollegs „Weltbegriffe und globale Strukturmuster. Ausdifferenzierung und funktionale Diversifikation der Weltgesellschaft“, Universität Bielefeld
  • 2000-2003 Geschäftsführender Vorstand des Instituts für Weltgesellschaft der Universität Bielefeld
  • 1999-2001 Dekan der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld

Projekte

  • 2001-2004 DFG-Projekt „Krisen politischer Inklusionen: Zur Form des modernen Staates. Deutschland, Großbritannien, Frankreich nach 1945“, Teilprojekt zu SFB 584 „Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte“
  • 2000-2006 DFG-Projekt „Wissenschaft in der Weltgesellschaft: Globalisierung von Forschung im akademischen Kernsektor und in Organisationen des Wirtschaftssystems“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2017 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2014 Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
  • 2005-2006 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin
  • 1971 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes

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