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Prof. Dr.

Helga Rübsamen-Schaeff

Wahljahr: 2018
Sektion: Mikrobiologie und Immunologie
Stadt: Wuppertal
Land: Deutschland
CV Helga Rübsamen-Schaeff - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Onkogene, Infektionskrankheiten, antivirale Medikamente und Antibiotika, Entwicklung von Arzneimitteln, neue Wirkstoffe u.a. gegen Herpes, Cytomegalievirus, HIV, Hepatitis B und multiresistente Keime

Helga Rübsamen-Schaeff ist Chemikerin und Biochemikerin, Expertin für Infektionskrankheiten und Gründerin eines Biopharma-Unternehmens. Ihr Interesse gilt der Erforschung und Entwicklung antiviraler Medikamente gegen Herpes, Cytomegalievirus, HIV und Hepatitis B sowie neuer Antibiotika gegen multiresistente Keime.

Das Interesse von Helga Rübsamen-Schaeff galt anfänglich Arbeiten aus der Onkologie. Hier erforschte sie biochemische Mechanismen der malignen Transformation und beschrieb mehrere Gene des Menschen, die das Zellwachstum steuern. Später befasste sie sich mit der Erforschung und Entwicklung antiviraler Medikamente gegen Herpes, HIV, Cytomegalievirus und Hepatitis B, sowie der Suche nach neuen Antibiotika gegen multiresistente Keime.

Helga Rübsamen-Schaeff hat die ersten HIV-Stämme aus Patienten in Deutschland isoliert und dabei die Variationsfähigkeit des Virus erkannt. In einer weltweiten Kooperation mit der WHO arbeitete sie an der systematischen Klassifizierung von HIV-Varianten. Sie hat HIV-Tests entwickelt und Strategien erforscht, die das Virus hemmen. Auf der Grundlage gemeinsamer Forschung mit ihr haben Pharma-Unternehmen Medikamenten-Kandidaten gegen HIV in die Entwicklung gebracht.

In weiteren Arbeiten erforschte sie Therapien gegen den Hepatitis-Erreger, Herpes Simplex und das Cytomegalievirus. 2006 gründete Helga Rübsamen-Schaeff ein Biopharma-Unternehmen. Schwerpunkte der Firma sind neue antivirale und antibakterielle Wirkstoffe gegen lebensbedrohliche Infektionskrankheiten.

Mit ihrem Team hat Helga Rübsamen-Schaeff Chemotherapeutika gegen Herpes, multiresistente Bakterien, Hepatitis B und Infektionen bei Transplantationen entwickelt. Fast alle ihrer Wirkstoffe besitzen neuartige Wirkmechanismen und hemmen diese mit neuen chemischen Molekülen. So greift ein Wirkstoff gegen Herpes direkt ein Enzym des Erregers an, das dieser zu seiner Vermehrung braucht. In klinischen Tests zeigt dieser Stoff eine Wirkung, die bisherigen Medikamenten überlegen ist.

Auch für Hepatitis B beschrieb Helga Rübsamen-Schaeff einen neuen Wirkmechanismus (die Hemmung von Core), der nun Gegenstand intensiver Pharma-Forschung in vielen Firmen und akademischen Institutionen ist.

Eines der Medikamente aus ihrer Forschung wurde bereits zugelassen und konnte in den Markt eingeführt werden. Hierbei handelt es sich um einen Hemmstoff gegen das Cytomegalievirus. Das humane Cytomegalievirus (HCMV) ist in der Bevölkerung weit verbreitet und kann in allen Situationen, in denen kein Immunsystem vorliegt, äußerst gefährlich werden. So kann es bei infizierten Neugeborenen schwere neurologische Schäden und Organschäden verursachen. Auch bei Menschen, die auf eine Organtransplantation angewiesen sind, kann es schwere und lebensbedrohliche Krankheiten auslösen. Das nun im Markt erhältliche Medikament erlaubt, Patienten direkt nach der Transplantation prophylaktisch zu behandeln und sie so vor dem für sie gefährlichen Virus zu schützen. In der entscheidenden klinischen Studie konnte für die behandelten Patienten ein Überlebensvorteil nachgewiesen werden.

Eine große Herausforderung ist die Entdeckung neuer Antibiotika. Immer mehr Infektionen treten durch multiresistente Bakterien auf, gegen die es immer weniger wirksame Antibiotika gibt. Ein Antibiotikum gegen multiresistente Krankenhauskeime, das unter Leitung von Helga Rübsamen-Schaeff entdeckt wurde, ist aktuell in der klinischen Entwicklung.

Werdegang

  • seit 2015 Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats von AiCuris, Antiinfective Cures GmbH, Wuppertal
  • 2006-2015 Gründerin und Geschäftsführerin (CEO), AiCuris GmbH, Wuppertal
  • 2001-2006 Senior-Vize-Präsidentin und Leiterin der Antiinfektiva-Forschung, Bayer AG, Leverkusen
  • 1994-2001 Vize-Präsidentin und Leiterin der Virusforschung, Bayer AG, Leverkusen
  • seit 1988 Professorin für Biochemie und Virologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • 1987-1993 Wissenschaftliche und Geschäftsführende Direktorin des Chemotherapeutischen Forschungsinstituts Georg-Speyer-Haus, Frankfurt am Main
  • 1983, 1985 Gastwissenschaftlerin, Harvard University, Cambridge, USA
  • 1983 Habilitation an der Universität Frankfurt am Main
  • 1982-1986 Abteilungsleiterin für Immuntherapie, Chemotherapeutisches Forschungsinstitut Georg-Speyer Haus, Frankfurt am Main
  • 1973-1979 Postdoktorandin an den Universitäten Münster, Cornell University, Ithaca, USA und Gießen
  • 1973 Promotion zur Dr. rer. nat. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • 1967-1971 Studium der Chemie an der Universität Münster

Funktionen

  • seit 2015 Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der AiCuris Antiinfective Cures GmbH, Wuppertal
  • seit 2015 Mitglied im Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Bonn
  • seit 2015 Mitglied im Aufsichtsrat der 4SC AG, Martinsried
  • seit 2014 Mitglied im Gesellschafterrat der E. Merck KG und Vorsitzende des Forschungsrats
  • seit 2014 Mitglied im Aufsichtsrat der Merck KGaA
  • 2004-2008 Senatorin der Fraunhofer-Gesellschaft
  • bis 2004 Mitglied im Beirat des Deutschen Museums
  • 2003-2012 Mitglied im Universitätsrat der Universität Wien
  • 2002-2012 Jurymitglied des Innovationspreises des Bundespräsidenten
  • 2002-2003 Vorstandsmitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker
  • 2001-2007 Mitglied des European Research Advisory Board EURAB
  • 2000-2001 Vizepräsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker
  • 1998-2000 Mitglied im Vorstand der Deutschen AIDS-Gesellschaft
  • Mitglied der American Association for the Advancement of Science (AAAS)
  • Miglied der Gesellschaft für Virologie
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Gremiums für Gesundheit, Programm Horizon 2020 (Scientific Panel on Health) der EU

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2018 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2017 Ehrenmitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker
  • 2015 Ernennung zur „Distinguished Woman in Chemistry and Chemical Engineering“ durch die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC)
  • 2004 Managerin des Jahres (Mestemacher)
  • 1995 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1983 Winnacker-Stipendium
  • 1979-1982 Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

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