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Prof. Dr.

Andreas Plückthun

Wahljahr: 2003
Sektion: Biochemie und Biophysik
Stadt: Zürich
Land: Schweiz
CV Andreas Plückthun - Deutsch (PDF)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Protein Engineering, therapeutische Proteine, Antikörper-Engineering, gerichtete Evolution

Andreas Plückthuns Forschungsschwerpunkte sind das Entwerfen neuer synthetischer Eiweiß-Moleküle, das sogenannte Protein-Engineering, und die gerichtete Evolution von Proteinen, insbesondere von Antikörpern, synthetischen Bindungsmolekülen und Membranproteinen.

Plückthun entwickelte mit seinen Mitarbeitern eine Reihe von Technologien, mit denen erstmals die Darwinsche Evolution von Proteinen in einem zellfreien System nachvollzogen werden konnte. Durch die Kombination von detaillierter biophysikalischer Analyse, Strukturbiologie und innovativen Methoden der Molekularbiologie konnten nicht nur neuartige Einsichten in die Architektur von Proteinen gewonnen, sondern auch wichtige Beiträge zu deren praktischer Anwendung geliefert werden. Synthetische Antikörper, die natürliche in ihren Eigenschaften übertreffen und als Therapeutika eingesetzt werden können, sowie eine völlig neue Klasse von Proteinen, die Antikörper ersetzen können, sind Ergebnisse dieser Arbeiten.

Einer der wesentlichen Beiträge in diesem Bereich ist die technologische Umsetzung von Methoden zur in-vitro-Evolution von Proteinen auf Basis des „Ribosome Display“-Verfahrens. Diese Methode wird dazu eingesetzt, Antikörper mit vereinfachter Struktur und mit Affinitäten im picomolaren Bereich gegen unterschiedlichste Zielmoleküle zu erzeugen.

Nach dem Evolutionsprinzip entwickelte Andreas Plückthun auch andere intrazelluläre Inhibitoren – dabei handelt es sich um Eiweiße, die unerwünschte Reaktionen verschiedenster Art verlangsamen oder verhindern. Diese neuen Werkzeuge erlauben es, den Evolutionsprozess kontrolliert auf Zielstrukturen auszurichten. Dieses Prinzip konnte auch zur Verbesserung der Kristallisierbarkeit und Faltung von Membranproteinen verwendet werden.

Werdegang

  • 2014 Mitgründer von G7 Therapeutics (heute Heptares Zurich), Zürich, Schweiz
  • 2004 Mitgründer und Verwaltungsrat der Molecular Partners AG, Zürich, Schweiz
  • seit 1993 Professor am Biochemischen Institut der Universität Zürich, Schweiz
  • 1992-1993 Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
  • 1992 Mitgründer der Biotechfirma MorphoSys AG, Martinsried
  • 1989 Habilitation in Biochemie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München
  • 1985-1991 Gruppenleiter am Genzentrum der Universität München, Martinsried
  • 1982-1985 Postdoktorand am Institut für Chemie und Chemische Biologie der Harvard University, Cambridge, USA
  • 1982 Promotion an der University of California San Diego, La Jolla, USA
  • 1975-1978 Studium der Chemie an der Universität Heidelberg

Projekte

  • 2003-2008 DFG-Projekt „Struktur und Funktion spezifischer Membranproteine“
  • 2001-2013 SNF Projekt NCCR „Structural Biology - Molecular Life Sciences: Three Dimensional Structure, Folding and Interactions“
  • 2009-2015 SNF Projekt Sinergia „Structure-based design of Armadillo Repeat Proteins“

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2016 Christian B. Anfinsen Award of the Protein Society
  • 2010 Advanced Investigator‘s Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC)
  • 2005 de Vigier Award, gemeinsam mit dem Team von Molecular Partners AG
  • 2005 Swiss Technology Award, gemeinsam mit dem Team von Molecular Partners AG
  • seit 2003 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2002 Grand Prix du Jury, Grand Prix Européen d´Innovation, Monaco
  • 2002 Wilhelm Exner-Medaille
  • 2002 JP Morgan Chase Health Award
  • 2001 Mitglied des World Technology Network (WTN), Finalist in World Technology Awards
  • 2000 Karl-Heinz Beckurts Preis für Wissenschaften und Technologie
  • seit 1992 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO)
  • 1990 Dozentenpreis des Fonds der Chemischen Industrie

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