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Seminars on the history of science

Juden und Frauen in der deutschen Wissenschaft: Historische Perspektiven

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Foto: Alice Salomon, National Library of Israel, Schwadron collection, CC BY 3.0

Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Christina von Braun (Berlin)

Date: Tuesday, 1 December 2020
Time: 18:00
Location: Online

Jüdische Frauen waren Pionierinnen im Kampf der Frauen für das Stimmrecht und für das Recht auf Bildung. Sie gehörten zu den ersten Medizinerinnen und Naturwissenschaftlerinnen und übten einen wichtigen Einfluss auf Modernisierungsprozesse in der Ökonomie, Politik, den Sozialkämpfen und für einen allgemeinen Mentalitätswandel aus. Er vollzog sich in Deutschland nur gegen große Widerstände, schlug sich aber auch in der Entstehung neuer Wissensgebiete wie den Sexualwissenschaften und der Psychoanalyse nieder.

Zu den Vorkämpferinnen der öffentlichen Wohlfahrt gehörten Alice Salomon (1872-1948) und Käthe Frankenthal (1889-1976). Pionierinnen der Geschichtswissenschaft waren Selma Stern (1890-1981) und Hedwig Hintze (1884-1942). Emmy Noether (1882-1935) wurde zur Schrittmacherin einer modernen Mathematik und damit eines Fachs, das bis heute überwiegend männlich besetzt ist. Christina von Braun beleuchtet den Hintergrund, der zu den radikalen Veränderungen sowohl des deutsch-jüdischen Verhältnisses in den Wissenschaften als auch der Geschlechterordnung führte. Diese Veränderungen vollzogen sich in ungewöhnlich kurzer Zeit und basierten unter anderem auf neuen Vorstellungen von Gemeinschaft und auf den neuen biologischen Erkenntnissen über den männlichen und weiblichen Anteil am Zeugungsakt. In den paradigmatischen Rollen, die Juden und Frauen zugewiesen wurden, überschnitten sich die beiden Entwicklungen. So kam es einerseits zur Vorreiterrolle von Juden in der Medizin und in den Sexualwissenschaften, andererseits aber auch zu einem von Sexualbildern durchsetzten rassistischen Antisemitismus. Die beiden Aspekte bildeten das geistige und soziale Umfeld, in dem jüdische Akademikerinnen ihren Weg zu gehen versuchten.

Prof. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann laden Sie herzlich ein.

Code of Conduct
Bitte beachten Sie während der Veranstaltung folgende Hinweise:

  • Bitte schalten Sie die Kamera während des Vortrags aus. Die Referentinnen und Referenten werden ihren Bildschirm teilen, um ihre Präsentation sichtbar zu machen.
  • Das Mikrofon sollte während des Vortrags ausgeschaltet sein, um störende Hintergrundgeräusche zu vermeiden.
  • In der anschließenden Diskussion können Wortmeldungen über den Chat angezeigt werden. Der Moderator führt eine Redeliste und erteilt jeweils das Wort.
  • In der Diskussion kann die Kamera gerne eingeschaltet werden, insbesondere beim Vortragen von Wortmeldungen ist dies gewünscht, damit die Referentinnen und Referenten auch sehen können, wer die Fragen/Anmerkungen stellt.

Weitere Informationen und Anmeldung

Aufgrund der aktuellen Situation wird die Veranstaltung ausschließlich online stattfinden. Sie richtet sich an alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung wird online in einem Zoom-Meeting (Meeting-ID: 954 4994 5555) übertragen: https://zoom.us/j/95449945555

Zur Einwahl per Telefon wenden Sie sich bitte an die untenstehende Kontaktadresse.

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Prof. Dr. Rainer Godel
Leiter des Zentrums für Wissenschaftsforschung
E-Mail: lzfw@leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 -118

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