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Mitglied im Fokus | Wednesday, 23. December 2020

Donald B. Dingwell wird mit Hess-Medaille geehrt

Donald B. Dingwell wird mit Hess-Medaille geehrt

Prof. Dr. Donald Bruce Dingwell

Für seine wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Geowissenschaften erhält Donald Bruce Dingwell die "Harry H. Hess Medal 2020" der American Geophysical Union. Der Inhaber des Lehrstuhls für Mineralogie und Petrologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist der erste in Deutschland forschende Wissenschaftler, der mit dieser Auszeichnung bedacht wird. Seit 2017 ist Dingwell Mitglied der Leopoldina in der Sektion Geowissenschaften.

Nach dem "Order of Canada" und der "Arthur Holmes Medal" der European Geosciences Union ist es bereits die dritte Ehrung für Dingwell in diesem Jahr. Die Hess-Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die American Geophysical Union zu vergeben hat. Seit 1984 wurde sie 29 Mal für herausragende Leistungen in der Erforschung der Konstitution und Evolution der Erde und anderer Planeten verliehen. Die Übergabe an Dingwell erfolgte am 9. Dezember in einer virtuellen Zeremonie.

Donald Bruce Dingwell arbeitet auf dem Gebiet der physikalisch-chemischen Beschreibung von geschmolzenem Gestein sowie der Entwicklung der experimentellen Vulkanologie, mit Schwerpunkt u. a. auf Rheologie, Diffusion, Oberflächeneigenschaften, Festigkeit und Fragmentation. Gemeinsam mit seinem Team widmet sich Dingwell der Erforschung von Gefahren und Risiken bei Vulkanen. Durch experimentelle Untersuchungen physikalischer Eigenschaften von vulkanischen Systemen wollen sie verstehen lernen, wie Vulkane funktionieren und wann und warum sie ausbrechen. In ihrem Labor stellen sie Bedingungen nach, wie sie im Inneren der Vulkane herrschen. Die Auswurfprodukte untersuchen sie unter anderem auf die Zusammensetzung der Gase, Bruchfestigkeit und Fließverhalten.

Nach seinem Studium der Geologie und Geophysik an der Memorial University of Newfoundland (Kanada) habilitierte der Geowissenschaftler sich 1992 an der Universität Bayreuth in Geochemie. Seit 2002 ist Dingwell Direktor des Departments für Geo- und Umweltwissenschaften an der LMU München. Von 2011 bis 2013 war er außerdem Generalsekretär des Europäischen Forschungsrats. Neben den genannten Auszeichnungen erhielt Dingwell zum Beispiel 1993 den Gerhard-Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 2014 den Otto Schott-Forschungspreis.

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