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Leopoldina-Mitglieder mit Brain Prize 2013 ausgezeichnet

Leopoldina-Mitglieder mit Brain Prize 2013 ausgezeichnet

Prof. Dr. Ernst Bamberg, Prof. Dr. Peter Hegemann (v.l.).

Die Biophysiker und Mitglieder der Leopoldina Ernst Bamberg und Peter Hegemann sind am 2. Mai in Kopenhagen mit dem Brain Prize 2013 der Grete Lundbeck European Brain Research Prize Foundation ausgezeichnet worden. Der weltweit höchstdotierte Forschungspreis der Neurowissenschaften wurde ihnen gemeinsam mit vier weiteren Wissenschaftlern für die Entwicklung der Optogenetik zuerkannt.

Die Wissenschaftler haben mit der Optogenetik eine revolutionäre Technologie entwickelt, die ein völlig neues, grundlegendes Verständnis der komplexen Hirnfunktionen erlaubt. Mittels der Optogenetik lassen sich neurologische Erkrankungen wie Parkinson- und Alzheimer-Krankheit, Epilepsie, Schmerzstörungen, Schizophrenie, ADHD und Suchterkrankungen besser untersuchen. Diese Technologie wird auch eine zentrale Rolle in der Entwicklung möglicher Behandlungen spielen.

Die optogenetische Steuerung von Nervenzellen gilt als der bedeutendste technische Fortschritt in den Neurowissenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Die Optogenetik nutzt Licht zur Steuerung von Nervenzellen (Neuronen), die zuvor gentechnisch verändert und so lichtempfindlich gemacht wurden. Werden diese veränderten Neuronen mit Licht einer bestimmten Wellenlänge angeregt, können sie gezielt an- und abgeschaltet werden.

Die vier europäischen Wissenschaftler Ernst Bamberg, Peter Hegemann, Gero Miesenböck und Georg Nagel machten die grundlegenden Beobachtungen und Entdeckungen und entwickelten lichtempfindliche Moleküle, die in bestimmte Arten von Nervenzellen eingeführt werden können. In der Zusammenarbeit mit den Europäern gelang den beiden amerikanischen Preisträgern Ed Boyden und Karl Deisseroth die Weiterentwicklung des Verfahrens und dessen Einsatz bei lebenden Säugetieren.

Ernst Bamberg studierte Physikalische Chemie an der Universität Basel, wurde 1971 promoviert und habilitierte sich 1977. Er war Leiter einer Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt/Main und ist seit 1993 C4-Professor für Biophysikalische Chemie an der Universität Frankfurt/Main und Direktor der Abteilung Biophysikalische Chemie am Max-Planck-Institut für Biophysik. Ernst Bamberg ist seit 2011 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Biochemie und Biophysik.

Peter Hegemann wurde nach dem Studium der Chemie in Münster und München am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried promoviert, war als Postdoktorand an der Syracuse University, New York, und ist nach Stationen in München und Regensburg seit 2005 Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Peter Hegemann ist seit 2012 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Biochemie und Biophysik.

Der „Brain Prize“ ist der weltweit höchstdotierte Forschungspreis in den Neurowissenschaften und wird dieses Jahr zum dritten Mal vergeben. Das Preisgeld stützt die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Europa und den USA und trägt so zur Stärkung der internationalen neurologischen Forschungslandschaft bei.

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