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Nachricht | Freitag, 6. September 2019

Zehn Empfehlungen für ein integriertes Energiesystem

Zehn Empfehlungen für ein integriertes Energiesystem

Illustration: Adobe Stock / peterschreiber.media

Am 20. September 2019 will das Klimakabinett entscheiden, wie Deutschland bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral werden soll. Fest steht: Die Umsetzung ist kompliziert, und mit den verpassten Klimazielen für das Jahr 2020 ist Deutschland bisher nicht auf Kurs. Wie ist die Energiewende also noch zu schaffen? Expertinnen und Experten des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) haben in der Publikation „Wege zu einem integrierten Energiesystem – was jetzt geschehen muss“ zehn systemübergreifende Punkte identifiziert.

Die Expertinnen und Experten betonen, dass die Energiewende nur gelingen könne, wenn die erneuerbaren Energien deutlich schneller ausgebaut würden als bisher. Eigene Modellrechnungen zeigen, dass die Leistung der Windkraft- und Solaranlagen bis 2050 auf ein Fünf- bis Siebenfaches anwachsen müsste, damit grüner Strom auch zum Heizen, für industrielle Prozesse und als Antrieb im Verkehr genutzt werden könne.

Energieeffizienz kann helfen, diesen Ausbau zu begrenzen und die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger möglichst gering zu halten. Das Leitinstrument für mehr Investitionen in erneuerbare Energien und effiziente Lösungen ist ein sektorübergreifender CO2-Preis. Maßnahmen wie Markteinführungsprogramme für klimaschonende Technologien, Anreize zum Austausch ineffizienter Ölheizungen und Kühlgeräte sowie mehr Aufklärungskampagnen und Energieberatungen stellen mögliche flankierende Mechanismen dar.

Auch für einen klimafreundlichen Verkehr liefern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Vorschläge. Sie skizzieren denkbare Technologien für die Mobilität der Zukunft: Elektrofahrzeuge im Stadt- und Kurzstreckenverkehr, Wasserstoff und elektrische Oberleitungen im Schwerlast- und Fernverkehr sowie Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe im Güter-, Schiffs- und Flugverkehr. Aufgrund hoher Infrastrukturkosten könnten jedoch nicht alle Optionen parallel umgesetzt werden. Hier sei die Politik gefragt, im Dialog mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft kluge Entscheidungen zu treffen.

Neben innovativen Technologien brauche es  neue Konzepte zur Verkehrsvermeidung und -verlagerung, etwa indem mehr Fahrzeuge geteilt und der öffentliche Personennahverkehr sowie der schienengebundene Verkehr ausgebaut werden. Maßnahmen wie ein Tempolimit auf Autobahnen, zeitvariable Mautsysteme und eine Besteuerung von Flugbenzin können helfen, die Emissionen im Verkehr zu reduzieren.

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