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Press Release | Wednesday, 16. February 2005

Öffentliche Vorträge der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

Zu den Themen "Bioinformatische Analyse von HIV-Resistenz" (Th. Lengauer, Saarbrücken) und "Symbiotisches Leben an der Grenze zur Anoxie" (H. Hennecke, Zürich)

Termin: Dienstag, 22. Februar 2005, 16.30 Uhr
Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina, Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale) 

  • Prof. Dr. Thomas Lengauer, Ph.D., Saarbrücken, Mitglied der Akademie: "Bioinformatische Analyse von HIV-Resistenz"

    Bei der Therapie von AIDS-Patienten ist eines der vorrangigen Probleme, dass das HI-Virus schnell gegen verabreichte Wirkstofftherapien resistent wird. So muss in regelmäßigen Abständen ein Therapiewechsel vorgenommen werden. Die Wahl einer geeigneten Anschlusstherapie wird dabei zunehmend schwierig. Der Vortrag beschreibt rechnergestützte Methoden, die in diesem Zusammenhang Therapievorschläge berechnen. Grundlage der Methoden ist die bioinformatische Analyse von experimentellen und klinischen Daten, die u.a. Laborwerte zur Virusresistenz und Krankengeschichte umfassen. Die entwickelte prototypische Software ist auf dem Internet zugreifbar und hat in verschiedenen Fällen, in denen eine manuelle Therapieauswahl aussichtslos erschien, bereits erfolgreiche Therapien vorgeschlagen.

    Thomas Lengauer: Studium (1971-75) und Promotion (1976) in Mathematik in Berlin, Ph.D. Studium am Computer Science Department der Stanford University (1975-79) mit Abschluss Ph.D. (1979), Habilitation in Informatik an der Universität des Saarlandes (1984). C4-Professur für Informatik an der Universität-GH Paderborn (1984-92), Leiter des Instituts für Methodische Grundlagen der GMD und zugleich Professor für Informatik der Universität Bonn (1992-2001), Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken (seit 2001), Mitglied der Leopoldina, Sektion Informationswissenschaften (seit 2003).

    Forschungsschwerpunkte: Informatikmethoden zur Analyse und Interpretation großer genomischer Datenmengen; Programmentwicklungen im Bereich der Wirkstoffsuche.
  • Prof. Dr. Hauke Hennecke, Zürich, Mitglied der Akademie: "Symbiotisches Leben an der Grenze zur Anoxie"

    Rhizobien kommen wahlweise als frei lebende Bodenbakterien oder als echte Endosymbioten in den Zellen von Wurzelknöllchen der Leguminosen vor. In Symbiose reduzieren sie N2 zu Ammonium (sog. Stickstoff-Fixierung), welches der Wirtspflanze als Stickstoffquelle dient. Beim Wechsel vom frei lebenden in den symbiotischen Zustand stellen die Rhizobien ihren Stoffwechsel radikal um. Einerseits passen sie sich an die extrem geringe Sauerstoffkonzentration im Knöllchen an, was ihnen mittels einer neuartigen Atmungskette gelingt. Andererseits synthetisieren sie den enzymatischen N2-Fixierungsapparat, für dessen Funktion anoxische Bedingungen zwingend nötig sind. Zwei anscheinend inkompatible Prozesse – mikroaerobe Atmung und anaerobe N2-Fixierung – müssen also in koordinierter Weise induziert werden und in der Zelle miteinander kooperieren. Dafür sorgt ein komplexes Regulationsnetzwerk, in welchem auf Sauerstoff reagierende Sensorproteine als kritische Kontrollelemente fungieren.

    Hauke Hennecke
    : Studium Biologie und Chemie in München (1969-73), Promotion und Habilitation auf dem Gebiet der Mikrobiologie (1977 bzw. 1981), C2-Professor für Mikrobiologie an der Universität München (1982-83), Außerordentlicher bzw. Ordentlicher Professor für Mikrobiologie an der ETH Zürich (1983 bzw. seit 1985 bis heute), Mitglied der Leopoldina, Sektion Mikrobiologie und Immunologie (seit 2001).

    Forschungsschwerpunkte: Symbiotische Interaktion zwischen Bakterien und Pflanzen; biologische Stickstoff-Fixierung; molekulare Mechanismen der bakteriellen Genregulation durch Sauerstoff, Stickstoff-Oxide und Eisen; Biogenese von redox-aktiven Proteinen.

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