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Press Release | Tuesday, 18. May 2004

Öffentliche Vorträge der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

Zu den Themen "Die geologische Geschichte des Mittelmeeres und seiner Nebenmeere" (F.F. Steiniger, Frankfurt/M.) und "Die Entstehung der Multiplen Sklerose – immunologischer Selbsthass und seine neurologischen Folgen" (W. Wekerle, Martinsried)

Termin: Dienstag, 25. Mai 2004, 16.30 Uhr
Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina, Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale) 

  • Prof. Dr. Fritz F. Steininger, Frankfurt/Main, Mitglied der Akademie: "Die geologische Geschichte des Mittelmeeres und seiner Nebenmeere"

    Die von Alfred Wegener 1912 konzipierte "Kontinentaldrift" hat besonders in den letzten Jahren viel zur Erkenntnis und Rekonstruktion der vergangenen Verteilung von Ozeanen, Kontinenten, Floren und Faunen beigetragen. In den letzten 25 Millionen Jahren der Erdgeschichte kam es durch das nordwärts Wandern des afrikanischen gegen den Eurasischen Kontinent zur Entstehung der alpinen Gebirgszüge und damit zur Entstehung und zum Vergehen von Nebenmeeren (Paratethys), des Mittelmeeres und der Anlage von großen Absenkungsbecken (z.B. Wiener, Pannonisches, Dazisches und Euxinisches Becken). Fritz F. Steininger wird in seinem Vortrag darlegen, wie diese geodynamischen Vorgänge zur heutigen Konfiguration Europas, Asiens und Afrikas führten und damit auch die Verteilung der Faunen in marinen und terrestrischen Lebensräumen steuerten.

    Fritz F. Steininger
    : Studium der Paläontologie in Verbindung mit Zoologie und Geologie in Wien, Promotion (1962), Hochschulassistent in Wien (1962-1972), Habilitation (1969), Max-Kade-Stipendiat am Department for Geology, University of California, Los Angeles, USA, (1972-1973), Außerordentlicher Professor für Evertebratenpaläontologie an der Universität Wien (1977), Ordentlicher Professor für Biostratigraphie an der Universität Wien (1984), Direktor des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt/Main und C4-Professor für Paläontologie und Historische Geologie der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/Main (1995). Forschungsschwerpunkte: Stratigraphie des Neogens, Geodynamik, Paläogeographie, besonders Paläobiogeographie im Oligozän und Neogen des Mediterranen Raumes und der Paratethys. Ehrungen: Kardinal Innitzer Preis Wien (1969), Förderpreis für Wissenschaft des Landes Niederösterreich (1972), Goldene Ehrennadel und Goldener Ehrenring der Stadt Eggenburg, Niederösterreich (1991 bzw. 1996), Großes Verdienstkreuz der Republik Österreich für Wissenschaft und Kunst (2000).

    Im Jahr 2000 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Fritz F. Steininger zum Mitglied (Sektion Geowissenschaften).
  • Prof. Dr. Hartmut Wekerle, Martinsried, Mitglied der Akademie: "Die Entstehung der Multiplen Sklerose – immunologischer Selbsthass und seine neurologischen Folgen"

    Die Multiple Sklerose ist die bedeutendste entzündliche Hirnerkrankung der westlichen Welt. Sie entsteht als Folge einer fehlgeleiteten Immunreaktion. Immunzellen, welche den Gesunden vor Infektionen und Krebs schützen, greifen körpereigenes Hirngewebe an. Solche Immunzellen, sozusagen getrieben von Selbsthass, sind verantwortlich für die Zersetzung der Myelinscheiden, der lebenswichtigen Isolierschicht der Nervenfortsätze. Wie und wo im Körper die krankmachenden Immunzellen aktiviert werden, auf welchen Wegen sie ihr Zielorgan erreichen und wie sie den Schaden in der Weißen Hirnsubstanz anrichten, ist Inhalt dieses Vortrages.

    Hartmut Wekerle
    : Studium der Humanmedizin in Freiburg (Abschluss 1969), ebendort Promotion (1971), Habilitation (1977), Professor für Immunologie (1980). Forschungsaufenthalt am Weizmann Institute of Science Rehovot, Israel (1970-73), Senior Scientist am Max-Planck-Institut für Immunologie Freiburg (1973-82), Leiter der Klinischen Forschungsgruppe für Multiple Sklerose der Max-Planck- Gesellschaft (1982-89), Direktor der Abteilung Neuroimmunologie am Max-Planck-Institut für Neurobiologie (seit 1988). Ehrungen: Jung-Preis für Wissenschaft und Forschung (1982), Duchenne Prize (1984), Käte-Hammersen Prize (1988), Peter Lampert Annual Lecture, UCSD San Diego (1990), Zülch-Preis (1999), Charcot Lecture (Venice, 1999), Charcot Award (International Federation Multiple Sclerosis Society, 2001), Louis D Award (Grand Prix des Académies des Sciences, dotiert mit 750 000 Euro die bedeutendste französische Auszeichnung für ausländische Wissenschaftler, 2002). Mitglied im Editorial Board namhafter internationaler Zeitschriften. Forschungsschwerpunkt: Autoimmunerkrankungen des Nervensystems und neue Therapiemöglichkeiten.

    Im Jahr 2002 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Hartmut Wekerle zum Mitglied (Sektion Neurowissenschaften).

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