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SUMMARY:Das Wissenschaftsmuseum als "politische Maschine" und seine Transfo
 rmation im 20. Jahrhundert
DESCRIPTION:Neben den traditionellen Aufgaben einer Gelehrtengesellschaft ü
 bernimmt die Leopoldina auch die Aufgabe der Politikberatung. Könnte man de
 mentsprechend eine Aufgabe des Wissenschaftsmuseums als „Öffentlichkeitsber
 atung“ bezeichnen? Die historische Frage, wie aus Akademien und Museen Inst
 itutionen mit politischer Bedeutung geworden sind – sie werden bisweilen al
 s „political machines" (Tony Bennett) bezeichnet – wird im Wissenschaftshis
 torischen Seminar am Beispiel der Wissenschaftsmuseen, Wissenschaftsausstel
 lungen und Science Center betrachtet.Aus Kabinetten von Preziosen und Kurio
 sitäten wie der brandenburgisch-preußischen Kunstkammer oder den Sammlungen
  der Franckeschen Stiftungen entwickelten sich bald Forschungs- bzw. Lehrsa
 mmlungen, deren Funktion auch in Hinblick auf gesellschaftliche und soziale
  Probleme verstanden wurde. Das Wissenschaftsmuseum klassischen Typs war Er
 gebnis der Französischen Revolution und Ausdruck republikanischer Werte und
  Bedürfnisse, während die Wendung zur nationalen Institution im Laufe des 1
 9. Jahrhunderts stattfand. Die jüngere Forschung interpretiert die Rolle de
 r Wissenschaftsmuseen und Weltausstellungen als neue kulturelle Räume der S
 elbstdarstellung bürgerlich-demokratischer Gesellschaften, welche zur (Selb
 st-)Regulierung der nationalen Öffentlichkeiten in der neuen technisierten 
 Welt dienten. Mit dem „Deutschen Museum der Meisterwerke der Naturwissensch
 aft und Technik" drängte 1903 vor allem die „technische Intelligenz“ auf ge
 sellschaftliche Anerkennung und politischen Einfluss. Die folgenschwerste T
 ransformation des Wissenschaftsmuseums im 20. Jahrhundert setzte aber wohl 
 ein, als Ende der Sechziger Jahre das „Science Center“ begann, das traditio
 nelle Wissenschaftsmuseum zu beerben. Die bunten Spielwiesen der Phänomene 
 befreiten von der Thematisierung gesellschaftlicher Kontexte, neue Vorstell
 ungen von informellem Lernen ersetzten museumsdidaktische Konzepte. Der Bes
 ucher soll nun zu eigener Aktivität angeregt werden, gefühlt ein eigener kl
 einer Forscher sein. Haben Kritiker recht, dass das als „Medium der Wissens
 gesellschaft“ titulierte Science Center nichts anderes ist als eine „politi
 sche Maschine" zur Produktion eines „technological citizen"?Prof. Dr. Raine
 r Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann laden Sie herzlic
 h ein.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelE-Mail: rainer.godel@leopoldina.
 orgTel.: 0345 / 47 239 -115
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