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SUMMARY:Was heißt Moderne? West-östliche Perspektiven auf ein Plastikwort
DESCRIPTION:Das Wort „modern“ – erst im späten 18. Jahrhundert in den deuts
 chen Sprachschatz gelangt – ist heute ein Gebrauchswort in vielen Sprachen.
  Was kann ein solches Wort überhaupt noch präzise ausdrücken? Erscheint es 
 nicht als eines jener „Plastikwörter“, die aus der wissenschaftlichen Disku
 ssion in die Alltagssprache hinübergleiten und dort jede Trennschärfe verli
 eren? Können wir Konzepte, die den Sprachstamm „modern“ verwenden, überhaup
 t noch benutzen? Diese Frage soll mit Blick auf das Thema „Wissenstransfer 
 und Modernisierungsprozesse zwischen Europa und Ostasien“ diskutiert werden
 .Das Wort „Moderne“ ist ohne Vergleich nicht zu denken: „Moderne“ setzt sic
 h – wie dies im Kontrast von „modern“ vs. „unmodern“ deutlich wird – von ei
 ner Vor- oder einer Nicht-Moderne ab, die genauer zu kennzeichnen wären. Da
 mit hat das Wort „Moderne“ nicht nur eine vergleichende, sondern auch eine 
 zeitliche Dimension: Es hat sich etwas zur Moderne entwickelt oder es hat d
 ies eben noch nicht getan. Damit tritt eine weitere, mit Werten besetzte Di
 mension des Begriffs zu Tage: „Moderne“ impliziert üblicherweise Fortschrit
 t. Damit trägt das Wort „Moderne“ den auf eine Endzeit gerichteten Zeitpfei
 l westlicher Gesellschaften in sich – sei es das Paradies im Himmel oder au
 f Erden, das durch Fortschritt erreicht wird. Das Wort ist daher notwendig 
 ein Merkmal der Kultur des Westens, das im wissenschaftlichen wie im alltäg
 lichen Gebrauch Grenzen zieht und Richtungen vorgibt.Der Vortrag sucht die 
 Diskussion auf die Bedeutung von „Moderne“ in den Wirtschafts-, den Sozial-
 , den Politik- und den Historischen Wissenschaften einzugrenzen und unter d
 em Aspekt seiner Erklärungsmöglichkeiten für den Transfer von Wissen und Te
 chnik zu analysieren. Mit dem Konzept der „multiple modernities“ wird ein Z
 ugriff vorgestellt, der neben sozialen und wirtschaftlichen Kriterien auch 
 einzelnen Akteuren und Ereignissen und damit letztlich der historischen Kon
 tingenz Raum gibt.\n\nDer Vortrag ist Teil des Leopoldina-Symposiums „Wisse
 nstransfer und Modernisierungsprozesse zwischen Europa und Ostasien“, das v
 on Montag, 6. Oktober, bis Mittwoch, 8. Oktober 2014 stattfindet. Weitere I
 nformationen erhalten Sie über den Link rechts.\n\nAbbildung: Shiba Kōkan: 
 China, Japan und der Westen\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelE-Mail: rai
 ner.godel@leopoldina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115
LOCATION:Halle (Saale)
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DTSTART:20141006T160000Z
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