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SUMMARY:Wissenschaftshistorisches Seminar „Was bietet die Technikgeschichte
  der Politikberatung? Grüne Revolutionen damals und heute”
DESCRIPTION:In der Politikberatung geht es gelegentlich um die voraussehbar
 en Vor- und Nachteile einer neuen Technik. Damit Entscheidungsträger sich ü
 ber die Sachlage orientieren können, wäre es im Prinzip sinnvoll, in solche
 n Fällen, die Technikgeschichte heranzuziehen. Wie sieht es aber in der Pra
 xis aus? In diesem Vortrag geht es um ein Beispiel aus der Agrartechnik: di
 e sogenannte ‘Grüne Revolution’ (GR), ein Entwicklungsprogramm, das nach 19
 45 versucht hat, die landwirtschaftliche Produktivität im globalen Süden zu
  steigern. Die angebotene Technik - hochgezüchtetes Saatgut, mineralische D
 üngemittel, chemische Pestizide - war seit Ende des 19. Jahrhunderts in Eur
 opa bekannt. Um 1970 wurde aber die Kritik laut, dass die dadurch steigende
  Produktivität überwiegend den Großgrundbesitzern zugutekam. Kleinbesitzer 
 dagegen hatten nur selten etwas davon. Durch diese Kritik angeregt, entstan
 d während der 1970er und 80er Jahre ein Reflexionsprozess unter den Befürwo
 rtern der GR, um herauszufinden, warum so wenige GR-Projekte es geschafft h
 atten, die Lage der Kleinbesitzer zu verbessern. Obwohl Wichtiges aus diese
 m Prozess gelernt wurde, war wenig davon eigentlich neu. Hätte man etwa nac
 h Süddeutschland oder Japan geschaut, wie die staatliche Pflanzenzüchtung d
 ort um 1900 organisiert war, hätte man gesehen, wie man eine erfolgreiche ‘
 Bauern-freundliche’ Technik gestalten kann. Die GR-Planer nach 1945 scheine
 n also nichts von der früheren Geschichte dieser Technik gewusst zu haben. 
 In neueren Berichten der Weltbank, der FAO etc. über die Probleme der Agrar
 entwicklung in den Entwicklungsländern findet man die Feststellung, dass En
 twicklungsprogramme vor allem dem Kleinbesitzer zugutekommen müssen, um die
  ländliche Armut zu mildern. Die dazu empfohlenen Maßnahmen sind aber meist
 ens schon lange bekannt, und man achtet immer noch nicht auf europäische od
 er japanische Vorbilder. Viele Quellen deuten darauf hin, dass die ‘develop
 ment community’ - ob Planer, Experte oder Entwicklungspolitiker - nicht nur
  auf die Entwicklungsgeschichte, sondern selbst auf ihre eigene jüngste Erf
 ahrung wenig Wert legt.\n\nKontakt\n\nDr. Sybille GerstengarbeTel. 0345 / 4
 7 239 -131
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