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National Recommendations

Partizipation und Kommunikation in der Energiewende (2019)

Analyse

Published by Bettina Oppermann/Ortwin Renn

(2019, 42 pages, ISBN: 978-3-9820053-1-7)

Proteste gegen den Ausbau von Stromtrassen und Windparks zeigen: Technische Lösungen allein reichen nicht aus, um den Umbau des Energiesystems voranzubringen. Bürgerinnen und Bürger wollen die Energiewende mitgestalten und sich in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbringen. Doch welche Kommunikations- und Partizipationsverfahren tragen dazu bei, die Energiewende effektiv, fair und sozialverträglich zu gestalten? Das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) hat in seiner Analyse „Partizipation und Kommunikation in der Energiewende“ verschiedene Instrumente untersucht.

Die Autorinnen und Autoren empfehlen, bei Entscheidungen über neue Technologien, Anlagen oder Netzen einen frühzeitigen und transparenten Dialog mit allen Beteiligten zu führen. Nur so kann die Politik Lösungen finden, die sachorientiert, nachvollziehbar und angemessen sind.

Die ESYS-Fachleute schlagen unter anderem vor:

  • Alle Planungsprozesse müssen klar und verständlich gestaltet werden, damit auch Laien diese nachvollziehen können.
  • Für eine gerechte Energiewende gilt es, breite Schichten der Bevölkerung einzubinden. Um einen Querschnitt der Bevölkerung zu erreichen, sollten die Teilnehmenden per Losverfahren ausgewählt werden.
  • Bürgerinnen und Bürger sollten verstärkt in Plattformen und „Runde Tische“ zum Austausch von Daten und Wissensbeständen eingeladen werden.
  • Werden unabhängige Institutionen wie Bürgerfonds oder Vermittlungsagenturen aufgebaut, könnten sie Mindeststandards für die Bürgerbeteiligung verlangen, um deren Qualität zu sichern.
  • Neutrale Vermittlerinnen und Vermittler tragen dazu bei, effiziente und verhältnismäßige Lösungen zu erzielen. Mit den Mitteln aus einem Fonds könnten unabhängige Energiemediatorinnen und -mediatoren ausgebildet werden, die in Verhandlungen zwischen Konfliktparteien schlichten.
  • Um Bürgerinnen und Bürger anzuregen, energiesparende Investitionen zu tätigen, muss die Städtebauförderung vorausschauend planen. Indem bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt wird, können einzelne Bevölkerungsgruppen von den Kosten der Energiewende entlastet werden.



Leopoldina

Elmar König

Head of Department Science – Policy – Society, Head of Berlin Office

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