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Das Erd- und Klimasystem verändert sich dramatisch

Das Erd- und Klimasystem verändert sich dramatisch

Foto: AdobeStock / Sunny Forest

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die Weltgemeinschaft vereinbart, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken. Schon jetzt verändert der Klimawandel die Natur: Schnee und Eis an den Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt an, Trockenzonen weiten sich aus, extreme Wetterereignisse nehmen zu. Dem kann eine entschlossene Klimapolitik entgegenwirken – national, mit den zentralen europäischen Partnern und letztlich weltweit.

Die Veränderungen der Atmosphäre und des Ozeans seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind dramatisch. Die globale Erwärmung der Lufttemperatur seit 1900 beträgt an der Oberfläche mehr als 1°C. Im Ozean ist sie weltweit messbar bis in zwei Kilometer Tiefe. Treibhausgase gelangen als Abfall aus der Verbrennung von Kohle, Öl, und Erdgas in die Atmosphäre. Derzeit erreicht die Konzentration von atmosphärischem CO2 415 ppm (PPM ist die Abkürzung für ein Millionstel in einem Kubikmeter Luft).

Diese Konzentration gab es letztmals vor 3 Millionen Jahren. Damals war die globale Durchschnittstemperatur 2 bis 3°C wärmer, Grönland und die Westantarktis hatten nur wenig Eis. Der Meeresspiegel lag etwa 20 Meter höher. Als Konsequenz waren die Klima- und Niederschlagszonen verschoben und die Strömungen im Ozean fundamental anders.

Klima vor dem Kipp-Punkt?

Aus der Vergangenheit weiß man, dass im Klimasystem Kipp-Punkte existieren, bei denen abrupte und unumkehrbare Prozesse eintreten können. Das Schmelzen des Grönländischen Eisschildes mit dem entsprechenden Anstieg des Meeresspiegels würde z. B.  bei einer Erwärmung von über 2°C massiv beschleunigt werden.

Der Ozean nimmt heute 90 Prozent der menschengemachten Wärme und 25 Prozent des CO2 auf. Diese Erwärmung lässt das polare Eis schmelzen – mit weitreichenden Folgen für die Meere und Meeresbewohner. Das globale Sterben der Korallenriffe wird ebenfalls von der Ozeanerwärmung sowie durch die CO2-Versauerung des Ozeans erzeugt.

Zu diesen direkten Effekten kommen indirekte Effekte, da der Treibhauseffekt sich selbst verstärkt: Die gefrorenen Böden der Arktis werden weiter auftauen und zusätzlich erhebliche Mengen an Treibhausgasen freisetzen. Es wird mehr Waldbrände und Dürren geben. Dadurch wird weniger CO2 in Pflanzen gespeichert werden können. Zudem ist der Klimawandel eine der größten Bedrohungen der Artenvielfalt auf der Erde.

Forderungen nach Klimaschutz

Seit mehr als 40 Jahren warnt die Wissenschaft, seit mittlerweile 30 Jahren gibt es internationale Verabredungen: Trotzdem gehen die globalen CO2-Emissionen nicht zurück. Im Gegenteil: Seit 1988, dem Jahr der ersten Klimakonferenz und der Gründung des Weltklimarates IPCC, sind die Emissionen aus fossilen Energieträgern um 75% angestiegen. Auch das Pariser Klimaabkommen von 2015 schaffte noch keine Trendwende. Nach Schätzungen des IPCC kann die Atmosphäre nur noch deutlich weniger als 1.000 Gigatonnen CO2 insgesamt aufnehmen, bevor unumkehrbare Schäden eintreten. Darum braucht es sofortige und langfristige Klimaschutz-Maßnahmen, um die Erderwärmung über 2°C zu vermeiden. 

Täglich wächst die Kluft zwischen der sich abzeichnenden existentiellen Bedrohung durch den Klimawandel und immer wieder aufgeschobenem politischen Handeln. Die Protestbewegung „Fridays for Future“ zeigt, dass inzwischen eine ganze Generation von Ungeduld und Unverständnis über das Versagen von Politik und Gesellschaft erfasst ist. Sie fordert mit Nachdruck, die Klimakrise ernsthaft anzugehen und das längst Überfällige zu tun.

Mit der rasch wachsenden Unterstützung durch die Bevölkerung hat die Politik heute die einmalige Chance, die politischen und gesellschaftlichen Weichenstellungen für die nachhaltige Transformation in die Wege zu leiten und so die Lebensqualität für jetzige und zukünftige Generationen zu erhalten.

Weitere Informationen

Arbeitsgruppe Klimaziele 2030

Arbeitsgruppe Grenzwerte der Luftverschmutzung

Stellungnahme „Saubere Luft – Stickstoffoxide und Feinstaub in der Atemluft: Grundlagen und Empfehlungen“ (2019)

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