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SUMMARY:American Tropics. Klimadeterminismus in der US-Medizin zwischen Kol
 onien und Südstaaten (1898–1924)
DESCRIPTION:Im Jahr 1912 warb US-Präsident William H. Taft mit seiner Eröff
 nungsrede vor einem internationalen Hygienekongress in Washington für seine
  Wiederwahl. Der Sieg der USA im Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 und
  die anschließenden medizinischen Interventionen in den neu eroberten Kolon
 ien – unter anderem in Puerto Rico und Kuba, auf den Philippinen und in Pan
 ama – hätten wie nie zuvor „dem ganzen Land die Notwendigkeit tiefgreifende
 r Reformen in unserem heimischen Gesundheitssystem vor Augen geführt“. Schl
 ießlich wüchsen in den „Tropen“ nicht nur Flora und Fauna viel schneller al
 s in den gemäßigten Klimazonen – auch Krankheiten ließen sich dort viel bes
 ser studieren.\n\nDie Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit in de
 n neuen tropischen Kolonien entsprang zu keinem Zeitpunkt reinem Forschungs
 drang oder ausschließlich humanitären Erwägungen. Von Anfang an standen ziv
 ile wie militärische Experten vor der Aufgabe, durch die Einführung umfangr
 eicher Gesundheitsmaßnahmen die lokalen Bevölkerungen nicht nur von Krankhe
 iten zu heilen, sondern auch von der Wohltäterrolle der USA zu überzeugen u
 nd in das neue Imperium einzugliedern. Zugleich galt es, die überwiegend we
 ißen Kolonialsoldaten und zivilen Vertreter:innen des Empire vor den vermei
 ntlichen Gefahren zu schützen, die das tropische Klima für sie bereithielt.
  \n\nDoch nicht nur das: Bereits sehr früh begannen Akteure aus Gesundheits
 wesen und Politik, den Nutzen des in den Kolonien erworbenen Know-hows für 
 ihre Heimat zu erproben. Die „Tropikalität“ der Kolonien wurde dabei auf je
 ne Region im Landesinneren übertragen, die bereits seit Jahrhunderten als k
 limatisch andersartig und daher wirtschaftlich wie kulturell rückständig be
 trachtet wurde: die amerikanischen Südstaaten. Besonders deutlich lässt sic
 h dies anhand zweier Gesundheitskampagnen zeigen, mit denen im frühen 20. J
 ahrhundert die Gesundheitsprobleme der Südstaaten in Angriff genommen wurde
 n: die überwiegend aus öffentlicher Hand finanzierte Arbeit des Public Heal
 th Service zur Erforschung und Behandlung der Pellagra, und der von der Roc
 kefeller Foundation geförderte Kampf gegen die Hakenwurm-Parasitose.\n\nIn 
 ihrem Vortrag diskutiert Julia Engelschalt anhand der Auseinandersetzung mi
 t den vermeintlich krankmachenden Tropen die bislang unterschätzte Bedeutun
 g klimadeterministischen Gedankenguts in der US-amerikanischen Medizin und 
 public health und zeigt auf, wie tief die Gesundheitsreformen des frühen 20
 . Jahrhunderts im imperialen Kontext verwurzelt waren.\n\nJulia Engelschalt
 Julia Engelschalt ist Global-, Wissenschafts- und Umwelthistorikerin und de
 rzeit am Fachgebiet Neuere Geschichte der Technischen Universität Darmstadt
  tätig. Neben der Geschichte des US-Imperialismus, des Rassismus und der Eu
 genik forscht sie aktuell zur Geschichte der Ernährung und des Hungers im M
 ittelmeerraum vom späten 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.\n\nIm Rahm
 en des Seminars findet die Verleihung des Georg-Uschmann-Preises für Wissen
 schaftsgeschichte 2025 statt.\n\nEs laden Sie herzlich ein:Christina Brandt
  ML, Dieter Hoffmann ML und Ronja Steffensky\n\nML = Mitglied der Leopoldin
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LOCATION:Vortragssaal der Leopoldina
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