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SUMMARY:„Andersartigkeit“ und Identität in menschlichen Gesellschaften
DESCRIPTION:Die Unterscheidung nach körperlichen Merkmalen hat in menschlic
 hen Gesellschaften eine lange und schwierige Tradition. Mit physischen Kenn
 zeichen werden oft verallgemeinernde Annahmen und Stereotypen verknüpft. Au
 ch die Wissenschaft trug hierzu ihren Teil bei. Schon im 18. Jahrhundert su
 chten Forscher wie Carl von Linné und Georges-Louis Leclerc de Buffon eine 
 vermeintlich universal gültige Gliederung von Menschengruppen aufgrund von 
 Hautfarbe, Temperament und Abstammung zu etablieren, mit den bekannten Folg
 en für „Rassentheorie“ und Rassismus in den folgenden Jahrhunderten. Daraus
  ergibt sich für die Wissenschaft auch heute die eminente Verantwortung, di
 e eigene Rolle bei der Herstellung, Plausibilisierung und Autorisierung ges
 ellschaftlich relevanter physischer „Andersartigkeit“ zu reflektieren. Erke
 nntnisse aus einer solchen Analyse müssen in die eigene wissenschaftliche P
 raxis integriert und für öffentliche Debatten verfügbar gemacht werden. Das
  Thema erfordert auf wissenschaftlicher Seite das Zusammenwirken vieler Dis
 ziplinen. Der Workshop sucht daher naturwissenschaftliche, wissenschaftshis
 torische, ethnologische, politikwissenschaftliche sowie epistemologisch-erk
 enntnistheoretische Zugänge zu vereinen.Im Rahmen dieser Veranstaltung soll
 en unter anderem folgende Fragen erörtert werden:\n\nIn welchen spezifische
 n historischen, politischen, sozialen Konstellationen werden genau welche d
 er vielen möglichen körperlichen Merkmale ausgewählt und als relevant für d
 ie Definition für Gruppen-Identität bzw. zur Abgrenzung von „Anderen“ wahrg
 enommen?Warum werden in einer spezifischen historischen, politischen, sozia
 len, kulturellen und ethnischen Situation gerade diese körperlichen Merkmal
 e (und nicht andere biologische oder nicht-biologische Indikatoren) als bes
 onders relevant und als „natürliche“ Unterscheidungsmerkmale verstanden? Mi
 t welchen Argumenten oder (nicht weiter begründeten) Überzeugungen wird die
 se jeweilige Auswahl plausibel und relevant gemacht? Welche Autoritäts-Inst
 anzen werden hierzu angerufen (Tradition, Religion, Wissenschaft, Intuition
 , etc.)?Wie genau – aufgrund von welchen wissenschaftlichen Vorbefunden, „s
 elbstverständlicher“ Vorannahmen, Erwartungshaltungen von Forschungsinstitu
 tionen, Geldgebern, politischen Instanzen – erfolgt bei spezifischen wissen
 schaftlichen Unternehmungen die Auswahl von „relevanten“ Parametern und die
  Abgrenzung von Studienpopulationen\n\nDas Symposium wird durch die Fritz-T
 hyssen-Stiftung gefördert.Bild: Abb. aus Tafelband von Karl Ernst von Baer\
 n\nWeitere Informationen und Anmeldung\n\nDas Symposium richtet sich an all
 e Interessierten. Der Eintritt ist frei. Für die Führung durch die Meckelsc
 hen Sammlungen ist eine verbindliche Anmeldung per E-Mail bis zum 20. Septe
 mber 2016 erforderlich.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelLeiter des Stud
 ienzentrumsE-Mail: rainer.godel@leopoldina.orgTel.: 0345 / 472 39 115
LOCATION:Halle (Saale)
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