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SUMMARY:Das Genom in den Mitochondrien der Pflanzen
DESCRIPTION:Es ist lange bekannt, dass alle Funktionen eines Organismus auf
  dem Informationsgehalt der Erbsubstanz (DNA) basieren. Denn sie enthält in
  verschlüsselter Form die Anleitung zur Herstellung aller Eiweißstoffe eine
 r Zelle. Diese wiederum bestimmen den Bau und die Funktion eines Organismus
 . Zwar ist in höheren Organismen der größte Teil der DNA (99 Prozent) im Ze
 llkern (Kern-DNA) vorhanden, nur etwa 1 Prozent befinden sich in den Mitoch
 ondrien (mt-DNA), den Organellen, die der biologischen Krafterzeugung der Z
 ellen dienen. Gerade bei Pflanzen kommt dieser mt-DNA jedoch eine ganz einz
 igartige Rolle zu. Sie spielt, wie man seit kurzem weiß, zum Beispiel für d
 ie erfolgreiche Züchtung von Hochleistungssorten einzelner Nutz- und Zierpf
 lanzen eine große Rolle. Denn Veränderungen der mt-DNA beeinträchtigen die 
 Funktionsfähigkeit der (männlichen) Pollen bis hin zur vollständigen Unfruc
 htbarkeit. Dies nutzt man in der Züchtungsforschung gezielt für die Herstel
 lung ertragreicher Mischlinge (Hybridsorten), indem eine unfruchtbare Elter
 nlinie gezielt mit Pollen einer anderen Linie bestäubt wird. Um in Zukunft 
 noch gezielter Züchtungen vornehmen zu können, die auf Veränderungen der mt
 -DNA basieren, ist es notwendig, die zugrundeliegenden biochemischen, zellb
 iologischen und physiologischen Prozesse der Funktion von mt-DNA zu versteh
 en. Hier setzen die grundlagenwissenschaftlichen Pionierarbeiten von Axel B
 rennicke an. Er wird in seinem Vortrag erläutern, welche Eiweiße von der mt
 -DNA kodiert werden, welche Prozesse stattfinden, damit aus der mt-DNA funk
 tionsfähige Eiweiße werden (RNA-Editing), ein Prozess, der fast ausschließl
 ich in pflanzlichen, kaum aber in tierischen Zellen stattfindet. Er wird au
 ch auf das enge Zusammenspiel von Kern-DNA und mt-DNA und deren Produkten e
 ingehen, das erst das geordnete Funktionieren der Pflanze bewirkt.Axel Bren
 nicke ist Biologe. Er wurde 1988 auf den Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie 
 der Freien Universität (FU) Berlin berufen, war von 1989 bis 1994 in Person
 alunion Professor mit Lehrstuhl für Molekularbiologie der FU Berlin und Ges
 chäftsführer am Institut für Genbiologische Forschung GmbH Berlin und hat s
 eit 1994 den Lehrstuhl für Allgemeine Botanik der Universität Ulm inne. Er 
 war mehrmals als Gastprofessor an ausländischen Universitäten tätig, u.a. i
 n Paris, Calabria und Kyoto, ist in verschiedenen in- und ausländischen aka
 demischen Gremien tätig und erhielt Ehrungen wie den CIBA-Geigy ACE Award (
 1990) und den Prix Ministere de l’enseignement superieur et de lá recherche
  – Fondation Alexander-von-Humboldt (1993). Seit 1999 ist er Mitglied der A
 kademie Leopoldina (Sektion Genetik/Molekularbiologie und Zellbiologie)
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