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SUMMARY:Der Anteil der Kunst an den Ordnungen der Dinge
DESCRIPTION:Von den Kunst- und Naturalienkammern der Frühen Neuzeit gingen 
 Impulse für die Geschichte der Wissenschaften aus, die – so scheint es – in
  sehr verschiedene, mitunter widerstreitende Richtungen drängten. Einer die
 ser Impulse war Teil einer taxonomischen Offensive, in deren Verlauf zunehm
 end differenzierte systematische Ordnungen insbesondere natürlicher Dinge e
 ntwickelt und etabliert wurden. Ordnen generiert Wissen – die Relevanz des 
 Sammelns als Kulturtechnik in diesem Sinne steht außer Zweifel und ist viel
 fach gezeigt worden. Und doch gab es auch gegenläufige Momente zu dieser br
 eiten Tendenz zunehmender Ausdifferenzierung. Sie spielten ihrerseits eine 
 dynamisierende Rolle in Wissensprozessen, die oft übersehen wird.  Anhand v
 on Zeichnungen und Druckgrafiken wie auch schriftlichen Quellen – wie etwa 
 Inventaren, katalogähnlichen Beschreibungen und Besucherberichten – aus dem
  16.–18. Jahrhundert wird der Vortrag der skizzierten Doppelgestalt frühneu
 zeitlicher Sammlungen konkrete Konturen geben. Dabei werden zum einen Prakt
 iken wie die räumliche Disposition der einzelnen Objekte und dadurch initii
 erte Rezeptionsweisen vorgestellt. Sie wurden flankiert von Methoden der ze
 ichnerischen Analyse, der verbalen Beschreibung und begrifflichen Systemati
 sierung. Zum anderen wird in Hinblick auf Phänomene im Naturreich der miner
 alia – insbesondere auf die sogenannten „Figurensteine“, die heutigen Fossi
 lien – zu zeigen sein, auf welche Weise hier das für die Kunstkammern chara
 kteristische Zusammen-Denken von Kunst und Natur in den kontroversen Debatt
 en um die Deutung und Entstehung dieser Phänomene produktiv wurde. Exemplar
 isch lässt sich hier zeigen, inwiefern ars und natura als komplementäre Ber
 eiche nicht nur programmatisch für den universellen Anspruch vieler Sammlun
 gen standen, sondern auf welche Weise dabei die Praxis und Theorie der bild
 enden Künste modellbildend in naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozessen w
 irksam wurde und diese maßgeblich antrieb.  Es laden Sie herzlich ein: Prof
 . Dr. Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann und Prof.
  Dr. Florian Steger.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelE-Mail: rainer.god
 el@leopoldina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115
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