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UID:688-96@www.leopoldina.org
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SUMMARY:Der erfolgreichste Al-Chemist. Karl Ziegler und die Entdeckung des 
 Normaldruck-Polyethylens
DESCRIPTION:Die Entdeckung der sogenannten Ziegler-Katalysatoren auf alumin
 iumorganischer Basis Anfang der 1950er-Jahre am Max-Planck-Institut für Koh
 lenforschung in Mülheim an der Ruhr war einem Zufall geschuldet und sollte 
 sich zur erfolgreichsten Wissenschaftsentdeckung der Chemie des 20. Jahrhun
 derts entwickeln. \n\nAls Karl Ziegler 1943 zum Direktor des Kaiser-Wilhelm
 -Instituts für Kohlenforschung gewählt wurde, war das Institut in die deuts
 che Rüstungsforschung zur Gewinnung flüssiger Kohlenwasserstoffe aus den Ga
 sen Wasserstoff und Kohlenmonoxid (Fischer-Tropsch-Synthese) eingespannt. D
 ennoch konnte Karl Ziegler für sich in seinem Anstellungsvertrag – unterstü
 tzt vom damaligen Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, dem Industri
 ellen Albert Vögler – die zweckfreie Grundlagenforschung mit Kohlenstoff-At
 omen, und nicht etwa mit Kohle, aushandeln. Dadurch schuf er sich und seine
 m Institut die juristische Möglichkeit der umfangreichen finanziellen Nutzu
 ng seiner zukünftigen Erfindung. Durch das in den 1930er-Jahren entwickelte
  Hochdruck-Polyethylen-Verfahren der britischen ICI existierte schon ein Ma
 rkt für Kunststoffprodukte, als es Karl Ziegler 1953 gelang, Polyethylen be
 i Normaldruck herzustellen. Dies bedeutete eine enorme Senkung der Produkti
 onskosten, zugleich bestand schon ein Markt für seine Erfindung, sodass die
  Phase zwischen Erfindung und erster industrieller Umsetzung äußerst kurz w
 ar. Heute werden jährlich 30 Mio. Jahrestonnen Polyethylen und 45 Mio. Jahr
 estonnen Polypropylen hergestellt.\n\nOhne die besondere Situation am Max-P
 lanck-Institut für Kohlenforschung, das über eine Patentverwertungsgesellsc
 haft verfügte, die es Karl Ziegler und seinen Miterfindern aufgrund ihres K
 now-hows und ihrer finanziellen Ressourcen ermöglichte, ihre Schutz- und Li
 zenzrechte in zum Teil jahrzehntelagen Prozessen weltweit durchzusetzen, wä
 re der finanzielle Erfolg nicht möglich gewesen. 40 Jahre lang, bis 1995, k
 onnte sich das Institut aus eigenen Patenteinnahmen vollständig selbst fina
 nzieren.\n\nProf. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter
  Hoffmann laden Sie herzlich ein.\n\nFoto: Wikimedia Commons\n\nKontakt\n\n
 Prof. Dr. Rainer GodelLeiter des StudienzentrumsE-Mail: rainer.godel@leopol
 dina.orgTel.: 0345 / 47 239 -115\n\nWeitere Informationen und Anmeldung\n\n
 Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist fre
 i. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
LOCATION:Halle (Saale)
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DTSTART:20180109T170000Z
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