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SUMMARY:Der Kernporenkomplex – das Tor zur Welt des Zytoplasmas
DESCRIPTION:Monatssitzung der LeopoldinaVortragsgebäude der AkademieEmil-Ab
 derhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)Eduard Hurt wird in seinem Vortrag di
 ejenigen Kernporenkomplexe vorstellen, die den gesamten Stofftransport zwis
 chen dem Zellkern und dem Zytoplasma bewerkstelligen. In eukaryontischen Ze
 llen wird das Erbgut (DNA, Chromatin) im Zellkern gelagert, während im Zyto
 plasma die Eiweiße (Proteine) nach der im Erbgut verschlüsselten Anleitung 
 zusammengebaut werden. Um die genetische Information aus dem Zellkern in da
 s Zytoplasma zu schicken, wird vom Erbgut eine Abschrift, die sog. Boten-RN
 A (im Englischen 'messenger RNA' oder mRNA), erstellt. Diesen Prozess bezei
 chnet man als Transkription. Die mRNA wird nach der Synthese am Genort mehr
 fach verändert, bevor sie schließlich gereift ins Zytoplasma abtransportier
 t wird. Eduard Hurt wird erläutern, wie sein Forschungsteam mit Hilfe genet
 ischer und biochemischer Ansätze die Transport-Maschinerie entdeckt hat, di
 e den Export der mRNA aus dem Zellkern ins Zytoplasma vermittelt. Außerdem 
 wird er auf die Kopplung der Prozesse der Transkription und des Ausschleuse
 ns der mRNA eingehen. Bisher wurde angenommen, dass die entstehenden mRNAs 
 nach mehreren Modifizierungs- und Reifungsschritten allmählich zur Kernperi
 pherie gelangen, um von dort durch die Kernporenkomplexe, die in die Kernhü
 lle eingebettet sind, ins Zytoplasma transportiert zu werden. In Zusammenar
 beit mit dem Labor Dr. Ulf Nehrbass, Pasteur Institut Paris, konnte jetzt i
 n lebenden Zellen und in Echtzeit verfolgt werden, wie Gene während ihrer A
 ktivierung vorübergehend aus dem Kerninneren zur Kernmembran verlagert werd
 en. Dieses beobachtete Andocken eines Gens an der Innenseite der Kernhülle 
 könnte gewährleisten, dass die Boten-RNA bereits im status nascendi in der 
 Nähe der Export-Maschinerie produziert wird, um vermutlich eine effizienter
 e Ausschleusung aus dem Zellkern zu bewirken. Eduard Hurt: Studium der Biol
 ogie und Chemie an der Universität Regensburg (1974-1979). Doktorarbeit an 
 der Universität Regensburg mit wissenschaftlichen Aufenthalten an der Unive
 rsity of California in Berkely, Brookhaven National Laboratory, Long Island
  und an der Universität Bologna (1980-1983). Promotion (1984). Postdoc-Fell
 ow der European Molecular Biology Organization (EMBO) am Biozentrum der Uni
 versität Basel (1984-1986). Gruppenleiter am European Molecular Biology Lab
 oratory (1987-1994). Habilitation im Fach Biochemie an der Universität Rege
 nsburg (1990). Seit 1995 Professor für Biochemie an der Medizinischen Fakul
 tät der Universität Heidelberg, seit 2003 Direktor des Biochemie-Zentrums d
 er Universität Heidelberg (BZH). Von 1995-1998 Sprecher der Studiengruppe „
 Molekulare Zellbiologie“ innerhalb der Gesellschaft für Biochemie und Molek
 ularbiologie (GBM). Seit 1994 EMBO-Mitglied, 2001 Gottfried-Wilhelm-Leibniz
 -Preis. Gutachter im Zentralen Auswahlausschuss der Alexander-von-Humboldt-
 Stiftung (seit 1997), Editor beim J. Cell Biology (seit 2001). Forschungssc
 hwerpunkt: Molekulare ZellbiologieSeit 2005 ist Eduard Hurt Mitglied der De
 utschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Teilsektion Zellbiologie).Ko
 ntaktadresse: Prof. Dr. Eduard Hurt, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg,
  Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 328, 691
 20 Heidelberg.
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