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SUMMARY:„Die armseligen 24 Zeichen“? Georg Forster als Nature Writer
DESCRIPTION:‚Nature Writing‘ bezeichnet Naturtexte, die ästhetisch durchgef
 ormt von sinnlichen Wahrnehmen eigener Naturbegegnungen erzählen. Die Notwe
 ndigkeit einer derartigen Erfahrung hat der 35-jährige Georg Forster in ein
 em berühmt gewordenen Brief an Friedrich Heinrich Jacobi unterstrichen: „De
 nn am Ende, mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei kleinen
  Öffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt! Ander
 s als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht in uns auf. Sie armseligen
  vierundzwanzig Zeichen reichen nicht aus; etwas ganz anderes ist die Gegen
 wart der Dinge und ihr unmittelbares Einwirken.“ Dies ist ein emphatisches 
 Bekenntnis zum Empirismus.\n\nAls Schriftsteller aber weist Forster damit a
 uch auf die Herausforderung hin, die die Versprachlichung von Erfahrung imm
 er darstellt: Wie nämlich kann man das Alphabet so nutzen, dass die Fülle d
 er Welterfahtung nicht in spröder Statistik verkümmert, sondern im Raum der
  Sprache funkelt? An dieser Kernfrage des Nature Writing arbeitet Forster m
 it großem Erfolg seit seiner Reise um die Welt (1778/80).\n\nDer Vortrag st
 ellt Forster als Begründer eines deutschsprachigen Nature Writing vor. Sein
 e Reiseberichte und Essays werden vor dem Hintergrund der beiden Portalfigu
 ren des Genres gelesen: Henry David Thoreaus „Walden“ (1854) und Gilbert Wh
 ites „Natural History and Antiquities of Selborne“ (1789). Während Thoreau 
 über die zwei Jahre, die er in einer einfachen Holzhütte verbrachte, ein fl
 ammendes essayartiges Plädoyer für ein Leben in „wahrer Ganzheit“ und „Einf
 achheit“ verfasst, präsentiert der Landpfarrer Gilbert Whites eine wohlkomp
 onierte Folge naturkundlicher Briefe zu Fragen des Vogelzugs und der Veränd
 erungen von Landschaft. Exponierter als diese beiden Gründungsväter des Nat
 ure Writing stellt sich der Reisende Georg Forster der Vielfalt der Naturph
 änomene auf der ganzen Welt und versprachlicht diese in schönster Prosa.\n\
 nTanja van Hoorn ist Privatdozentin und vertritt seit 2020 die Professur fü
 r „Literatur und anthropologisches Wissen“ am Germanistischen Institut der 
 Ruhr-Universität Bochum. Ihre Forschungsschwerpunkte befassen sich mit Kons
 tellationen von Literatur und Wissen seit der Frühen Neuzeit, insbesondere 
 das Verhältnis von Natur und Literatur.\n\nEs laden Sie herzlich ein: Prof.
  Dr. Rainer Godel, Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML und Prof. Dr. Christina Bra
 ndt ML (Leopoldina) und Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke und Prof. Dr. Holger
  Zaunstöck (Franckesche Stiftungen).\n\nML = Mitglied der Leopoldina\n\nWei
 tere Informationen\n\nDie Veranstaltung findet in Kooperation mit den Franc
 keschen Stiftungen zu Halle statt und richtet sich an alle fachlich Interes
 sierten.\n\nDie Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforder
 lich. Die Veranstaltung wird online übertragen: Den Webex-Link finden Sie h
 ier.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer Godel Leiter der Abteilung Zentrum für 
 Wissenschaftsforschung E-Mail: lzfw@leopoldina.org
LOCATION:Halle (Saale)
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