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SUMMARY:Die Entdeckung des Metaorganismus – wie Mikroben die Entwicklung, d
 as Verhalten und die Evolution im Tierreich prägen
DESCRIPTION:Die Evolution der Tiere ist untrennbar mit Mikroben verknüpft. 
 Diese Mikroorganismen haben nicht nur über Millionen von Jahren mit Tieren 
 koexistiert, sondern deren Entwicklung und evolutionäre Wege aktiv mitgesta
 ltet. Ihr Einfluss reicht von zellulären und genetischen Prozessen bis hin 
 zur Organisation ganzer Ökosysteme und treibt fortwährend neue evolutionäre
  Innovationen und Anpassungen an.Am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra wir
 d der Vortrag zeigen, dass tierische Entwicklung und Verhalten möglicherwei
 se nie vollständig autonom waren, sondern stets von vorübergehenden oder da
 uerhaften Interaktionen mit der mikrobiellen Umwelt abhängig sind. Die Einb
 eziehung der Mikrobiom-Perspektive und die Betrachtung von Organismen als M
 etaorganismen eröffnet dabei ein tiefes Verständnis für das dynamische Zusa
 mmenspiel, das Gesundheit, Anpassungsfähigkeit und letztlich die Struktur d
 es Lebens prägt. Die Vorlesung soll dazu anregen, Symbiose und mikrobielle 
 Dynamik als grundlegende Mechanismen zu begreifen, die die Vielfalt und Kom
 plexität des tierischen Lebens auf unserem Planeten überhaupt erst ermöglic
 ht haben.\n\nThomas BoschThomas Bosch ist Zoologe und vergleichender Entwic
 klungsbiologe. Von 2000 bis 2024 war er Professor für Allgemeine Zoologie a
 n der Universität Kiel und arbeitet seitdem als Senior Research Professor a
 n derselben Einrichtung. Seit November 2013 leitet er dort das interdiszipl
 inäre Forschungszentrum „Kiel Life Science“ (KLS). Bosch war Gründungsdirek
 tor des Sonderforschungsbereichs „Entstehung und Funktion von Metaorganisme
 n“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der sich mit der Rolle multi-organ
 ismischer Interaktionen für Gesundheit und Krankheit befasst. 2022 hat er f
 ür seine Arbeiten den Wissenschaftspreis der DZG, die Karl-Ritter-von-Frisc
 h-Medaille, erhalten. Als ausgewiesener Vordenker hinsichtlich der Schlüsse
 lrolle von Mikroben in den Lebenswissenschaften, setzt er sich für die weit
 ere Etablierung des neuen wissenschaftlichen Konzeptes ein, alle Lebewesen 
 als Holobionten oder Metaorganismen zu betrachten.
LOCATION:Hauptgebäude der Leopoldina
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