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SUMMARY:Die Kunst, aus Baumwolle Argumente zu knüpfen: Kooperative Forschun
 gspraxis zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Antike Tonscherben, mittelalterliche Papiermanuskripte und ande
 re archäologische Objekte kamen Ende des 19. Jahrhunderts durch koloniale A
 usgrabungen in die Museen Europas. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  aus Archäologie, Kunsthistorik, Orientalistik und Paläographie, die die Ob
 jekte untersuchten, waren dabei mit spezifischen Materialfragen konfrontier
 t, die sich nur durch naturwissenschaftliche Materialanalysen beantworten l
 ießen: Lassen sich alte Papiermanuskripte anhand der in ihnen enthaltenen P
 flanzenfasern datieren? Wie lässt sich das Alter eines Wachskunstwerkes mit
 tels Materialanalyse bestimmen? Und wie lässt sich die babylonische Kunst d
 es Glasmachens aus Texten und Objekten erschließen?\n\nZur Beantwortung der
  materialbasierten Fragen gingen Forschende aus Geistes- und Naturwissensch
 aften Kooperationen ein. So etwa suchten Paläographinnen und Paläographen d
 ie Zusammenarbeit mit Botanikerinnen und Botanikern, um alte Manuskripte au
 s Papier unter dem Mikroskop analysieren. Kunsthistorikerinnen und Kunsthis
 toriker kooperierten mit Chemikerinnen und Chemikern, um altes Wachs in Kun
 stwerken zu untersuchen. Chemiehistorikerinnen und -historiker kollaboriert
 en mit Assyriologinnen und Assyriologen, um Praktiken antiker Glasherstellu
 ng aus der Übersetzung antiker Texte und durch Materialanalysen zu erschlie
 ßen. Neue Methoden der Naturwissenschaften, wie die Mikroskopie, analytisch
 e Chemie oder Mikrochemie, kamen so in den Geisteswissenschaften zum Einsat
 z. Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler nutzen das Materi
 al von Objekten, um kulturhistorische Erzeugnisse zeitlich einzuordnen und 
 die Kooperation mit den Naturwissenschaften, um die materielle Zusammensetz
 ung der Objekte zu studieren.\n\nAnhand der genannten Fallstudien wird mitt
 els Forschungsfragen, Wissenstransfer und Expertise die kooperative Forschu
 ngspraxis von Natur- und Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum im
  Zeitraum 1880-1930 analysiert.  Josephine Musil-Gutsch ist Wissenschaftshi
 storikerin an der LMU München. In ihrer Dissertation erforscht sie die koop
 erative Forschungspraxis zwischen Natur- und Geisteswissenschaften um 1900.
 \n\nEs laden Sie herzlich ein: Prof. Dr. Christina Brandt ML, Prof. Dr. Rai
 ner Godel und Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML  \n\nML=Mitglied der Leopoldina\
 n\nWeitere Informationen\n\nDie Veranstaltung richtet sich an alle fachlich
  Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erf
 orderlich. Die Veranstaltung wird online via Zoom übertragen. Es gelten die
  Datenschutzrichtlinien des Anbieters.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer Godel
  Leiter der Abteilung Zentrum für Wissenschaftsforschung Tel.: +49 (0)345 4
 72 39 - 119 E-Mail: lzfw@leopoldina.org
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