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SUMMARY:Einsam, krank, wahnsinnig. Isolation und Menschenflucht in der anti
 ken Medizin
DESCRIPTION:Griechische und lateinische medizinische Autoren der Antike bet
 rachteten die Flucht in die Einsamkeit als zwingendes Zeichen einer psychis
 chen Störung. Selbstgewählte Isolation wurde stark abwertend als „Misanthro
 pie“ bezeichnet, ein Wort, das über den medizinischen Diskurs hinaus voller
  Bedeutung ist. Verkörpert wurde der Typus des Misanthropen durch die fikti
 ve Figur des Timon von Athen, der sich seit der klassischen griechischen Ko
 mödie durch die europäische Literatur grantelt. Anders als für den modernen
  Shakespeare-Theatergänger oder -gängerin („Timon of Athens“), stellte die 
 Menschenflucht des Misanthropen für die antiken Menschen ein zutiefst beunr
 uhigendes und alarmierendes Verhalten dar. Die Einbettung in soziale Gemein
 schaft war in der griechischen wie römischen Kultur ein zentrales Merkmal e
 iner gesunden Person, selbstgewählte Isolation eine nicht nachvollziehbare 
 Abweichung. Um mit dem Unbehagen fertig zu werden, das dieses Verhalten aus
 löste, wurde es in verschiedenen Genres des Humors lächerlich gemacht, in d
 er Philosophie moralisch verurteilt und in der Medizin zu einer melancholis
 chen Erkrankung erklärt,. Diese verschiedenen Versuche der Eindämmung spieg
 eln sich in den medizinischen Werken der Epoche wider, so dass es unmöglich
  ist, das Konzept der Misanthropie in der antiken Medizin zu verstehen, ohn
 e den kulturellen Kontext vollständig zu berücksichtigen.\n\nNadine Metzger
  ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik d
 er Medizin und akademische Rätin an der Friedrich-Alexander-Universität Erl
 angen-Nürnberg. Ihre Forschungssschwerpunkte befassen sich mit antiker und 
 byzantinischer Medizin, Geisteskrankheiten und Dämonenglaube sowie Konstitu
 tionslehre und Normabgrenzung des 19. und 20. Jahrhundert.\n\nEs laden Sie 
 herzlich ein: Prof. Dr. Rainer Godel, Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML und Prof
 . Dr. Christina Brandt ML\n\nML = Mitglied der Leopoldina\n\nWeitere Inform
 ationen\n\nDie Veranstaltung wird online übertragen:\n\nhttps://leopoldina-
 org.zoom.us/j/95448644487\n\nEs gelten die Datenschutzrichtlinien des Anbie
 ters.\n\nDas Seminar findet in Kooperation mit dem Ernst-Haeckel-Haus der U
 niversität Jena statt.\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Rainer GodelLeiter der Abtei
 lung Zentrum für WissenschaftsforschungE-Mail: lzfw@leopoldina.org
LOCATION:Halle (Saale) und Online
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