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SUMMARY:Gerechtigkeit: Eine rationale Wahl?
DESCRIPTION:Dem Menschenbild des homo oeconomicus entsprechend wird in ökon
 omischen Verhaltensanalysen die Maximierung von Eigennutz als einziges Moti
 v angenommen. Es wird beispielsweise unterstellt, dass Menschen nur dann ge
 recht, altruistisch oder gemeinnützig handeln, wenn das für sie selbst nütz
 lich ist. Dies spiegelt sich auch im Bewusstsein der Bevölkerung unseres Ku
 lturkreises. Eigeninteresse wird als dominantes und legitimes Motiv des Men
 schen angesehen. Dieses Menschenbild wird durch viele Forschungsergebnisse 
 widerlegt und wird als wissenschaftlich unfruchtbar kritisiert. Das Gerecht
 igkeitsmotiv und andere Motive wie soziale Verantwortung, Gemeinsinn und Al
 truismus sind ebenfalls primäre Motive, die mit Eigeninteresse in Konflikt 
 treten können. Eine entsprechende Korrektur des Menschenbildes als Vorausse
 tzung für eine angemessene Kultivierung von Motivdispositionen wird diskuti
 ert.Leo Montada studierte Psychologie an der Universität des Saarlandes, pr
 omovierte an der Universität Konstanz und war danach Wiss. Abteilungsvorsta
 nd für Pädagogische Psychologie an der Universität Konstanz. Seit 1972 ist 
 er Professor für Psychologie an der Universität Trier, wo er trotz zahlreic
 her auswärtiger Rufe bis heute tätig ist. Montada ist Mitglied zahlreicher 
 Gesellschaften und Akademien wie der Academia Europaea, der Berlin- Branden
 burgischen Akademie der Wissenschaften und der International Society for Ju
 stice Research, deren Präsident er 1997 wurde. 1993 erhielt er zusammen mit
  Melvin J. Lerner den Max-Planck-Forschungspreis für Arbeiten auf dem Gebie
 t der psychologischen Gerechtigkeitsforschung. Seine Aktivitäten als Gründu
 ngsbeauftragter für den Aufbau des Faches Psychologie an der Universität Po
 tsdam führten 1995 zur Gründung des Zentrums für Gerechtigkeitsforschung an
  der Universität Potsdam, welches er in den Folgejahren leitete. Im Jahr 20
 00 wählte ihn die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina zu ihrem M
 itglied (Sektion Empirische Psychologie und Kognitionswissenschaften).
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